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150.000 US-Soldaten sind derzeit im Irak stationiert - soviele wie seit Januar nicht mehr. Damit wird der Krieg immer teurer. Im US-Wahlkampf wird nicht nur über die Toten, sondern immer mehr auch über die Kosten des Krieges diskutiert. Nach Berechnungen einer Anti-Kriegsinitiative könnten sechs Millionen zusätzliche Lehrer für die bisherigen Kriegskosten eingestellt werden.
Von Klaus Kastan, ARD-Hörfunkstudio Washington
[Bildunterschrift: US-Marines bei einem Einsatz in Falludscha (Archivbild) ]
Als zu Beginn des Irak-Krieges der damalige Chefökonom im Weißen Haus, Lawrence Lindesey, die Gesamtkosten für den Krieg auf eine Summe von 100 bis 200 Milliarden Dollar hochrechnete, bekam er gleich Ärger. So viel Geld werde man nie und nimmer ausgeben müssen, meinte damals der stellvertretende Verteidigungsminister und heutige Weltbankchef Paul Wolfowitz. Vielmehr werde sich der Krieg selbst finanzieren.
Tatsächlich war die Bush-Administration 2003 fest davon überzeugt, dass die kriegerischen Auseinandersetzungen nach wenigen Wochen beendet sein würden. Und dass der Irak aus den dann schnell steigenden Öleinnahmen an die Befreier aus den USA Reparationskosten zahlen könne.
Das war ein schöner Wunschtraum. Heute weiß man: Der Krieg wurde viel, viel teurer – und ein Ende der sich nach oben schraubenden Kosten ist überhaupt noch nicht abzusehen. Bisher kann man davon ausgehen, dass der Irakkrieg fast 340 Milliarden Dollar gekostet haben dürfte, umgerechnet über 270 Milliarden Euro.
Bryan Bender, Redakteur bei der Tageszeitung Boston Globe und Militärexperte, rechnet vor: "Nach den besten Schätzungen, die uns vorliegen, kostet der Krieg jetzt 2 Milliarden Dollar in der Woche. Die Kosten sind immens angestiegen. Zu Beginn des Krieges lagen sie noch bei einer Milliarde pro Woche. Mit steigender Gewalt haben sich die Kosten verdoppelt." Hinzu kommen noch die Kosten für den Einsatz der US-Truppen in Afghanistan. Sie belaufen sich zur Zeit auf rund 90 Milliarden Dollar im Jahr und sind relativ konstant.
Das Problem für die US-Regierung sind die davon laufenden Kosten im Irak, meint auch Militärexperte Bryan Bender: "Den größten Teil der Kosten verursachen die täglichen militärischen Operationen, die wegen der ansteigenden Gewalt zugenommen haben. Das sind alles sehr stark energieverbrauchende Aktionen. Gerade die steigenden Ölpreise haben natürlich auch mit für die Kostensteigerung gesorgt. Dann gibt es noch die versteckten Kosten. Baracken und Kasernen müssen gebaut werden, die Infrastruktur kostet Unmengen. Das Kriegs-Material verschleißt sich schnell, es muss immer wieder erneuert werden."
Die Regierung finanziert den Krieg, indem sie die Staatsverschuldung immer weiter in die Höhe treibt. Staatsanleihen werden verkauft. Hauptkunden dafür sind vor allem Länder wie Japan und China, was auch für die USA finanz- und wirtschaftspolitisch nicht unproblematisch ist.
[Bildunterschrift: Ein US-Soldat sucht Schutz während einer Militäroperation im Nord-Irak ]
Natürlich ist der Irak-Krieg das beherrschende Thema im derzeitigen Wahlkampf. Und es sind nicht nur die toten und verletzten Soldaten, die die Menschen hier in den USA am Krieg zweifeln und verzweifeln lassen, sondern vor allem auch die Milliarden Dollar, die in den Irak gehen. In den Diskussionen mit den Politikern wird ständig darüber diskutiert. Eine Frau aus Columbus in Ohio formuliert, was viele in den USA zurzeit denken: "Ich glaube, wir hätten für die Sicherheit unseres Landes mehr Geld, wenn wir nicht im Irak wären. Wir könnten unsere Freiheit dann besser verteidigen. Im Moment geben wir Geld aus, um die Infrastruktur im Irak wieder aufzubauen, die wir vorher mit Bomben zerstört haben. Wir brauchen aber Geld für unsere eigenen Schulen."
Für die bisherigen Kosten des Irakkrieges könnten nach einer Berechnung einer amerikanischen Anti-Kriegsinitiative 6 Millionen zusätzliche Lehrer eingestellt werden.
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