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[Bildunterschrift: Experten rechnen mit deutlich mehr Naturkatastrophen durch den Klimawandel. ]
Als die Uno den ersten Teil ihrer neueste Klimastudie vorstellte, schrillten die Alarmglocken: Bis 2100 könnte die Temperatur im Durchschnitt um 6,4 Grad Celsius ansteigen - mit verheerenden Folgen - und daran sei der Mensch schuld. Der Inhalt des dritten Teils wurde wenig später bekannt: Bis zum Jahr 2020 bleibt nach Einschätzung der Wissenschaftler noch Zeit, um durch neue Technologien eine Klimakatastrophe zu verhindern.
Nun folgen die alarmierenden Ergebnisse des zweiten Teils der Studie, die bislang noch nicht bekannt war. Dieser beschäftigt sich mit den Folgen für die Menschen und liegt der "Financial Times Deutschland" sowie dem "Spiegel" vor. Das Ergebnis ist erschütternd: Selbst mit einer deutlichen klimapolitischen Wende lassen sich die schwer wiegenden Folgen des Klimawandels bestenfalls abmildern - aufhalten lassen sie sich nicht. Ein schnelles Umsteuern sei nötig, könne aber nicht mehr verhindern, dass die globale bodennahe Mitteltemperatur bis zum Jahr 2100 um 0,6 Grad steigen werde, heißt es in der "Zusammenfassung für politische Entscheidungsträger".
Allein durch den steigenden Anstieg des Meeerespiegels sind dem Bericht zufolge mehrere Hundert Millionen Menschen in dicht besiedelten Küstenregionen betroffen. Mehr als ein Sechstel der Weltbevölkerung lebe zudem in Regionen, wo Gletscher und Schnee wichtige Wasser-Reservoire sind, die aber "sehr wahrscheinlich" weiter schwinden. Sicher sei auch ein empfindlicher Verlust an biologischer Vielfalt, wird weiter aus dem Bericht zitiert: Für 20 bis 30 Prozent aller Arten bestehe ein "hohes Risiko der unwiderruflichen Auslöschung", sollte die globale Mitteltemperatur um 1,5 bis 2,5 Grad (verglichen mit 1990) steigen. Das könnte nach heutigen Szenarien in der zweiten Jahrhunderthälfte der Fall sein, wenn die Treibhausgas-Emissionen bis dahin nicht stark limitiert worden sind.
[Bildunterschrift: Gebrochener Deich in New Orleans nach dem Wirbelsturm Katrina ]
Der Uno-Klimarat rechnet zudem fest mit "steigenden Zahlen von Todesfällen, Verletzungen und Erkrankungen durch Hitzewellen, Überschwemmungen, Stürme, Waldbrände und Dürren". Auch reiche Länder seien verwundbar, heißt es weiter. Nordamerika sei beispielsweise kaum auf "zunehmende Risiken und wirtschaftliche Verluste durch den Anstieg des Meeresspiegels, Unwetter und Sturmfluten" vorbereitet. Vor allem die Zahl der Hurrikane werde infolge des Klimawandels zunehmen. Als mögliche Anpassungsmaßnahmen nennt die Studie "rein technologische" Ansätze wie den Bau oder die Erhöhung von Deichen, auf die speziell Nordamerika jedoch viel zu wenig vorbereitet sei. Mehr "hitzebedingte Sterblichkeit" sei vor allem in Europa und Asien zu befürchten.
Der Studie zufolge werden vier Weltregionen am meisten unter dem Klimawandel zu leiden haben: Die Arktis, da sich hier die relative Erwärmung stark bemerkbar machen wird. Die kleinen Inselstaaten im Pazifik, die vor allem von einem Meeresspiegelanstieg betroffen sein werden. Die afrikanischen Länder südlich der Sahelzone, die verstärkt mit Dürre zu kämpfen haben werden und schließlich die dichtbevölkerten Flussmündungen Asiens, die mit Überschwemmungen rechnen müssen.
Die Uno-Experten werteten für ihre Untersuchung rund 30.000 Datensätze aus mehr als 70 internationalen Studien aus. Die Messreihen dokumentieren die Veränderungen des Wasserkreislaufes, der Kryosphären (Eiszonen) sowie der Flora und Fauna über einen Zeitraum von mindestens 20 Jahren. Der vollständige Bericht wird offiziell am 6. April veröffentlicht.
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