Zur Haupt-Navigation der ARD.
Zum Inhalt.
[Bildunterschrift: Auch die letzten südkoreanischen Geiseln wurden an Mitarbeiter des Roten Kreuzes übergeben ]
Die radikal-islamischen Taliban in Afghanistan haben die letzten sieben südkoreanischen Geiseln freigelassen. Zuletzt wurden zwei Frauen und ein Mann dem Internationalen Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) übergeben, wie ein Sprecher der Organisation der Nachrichtenagentur bestätigte. Zuvor waren bereits vier Entführte freigekommen. "Alle sind freigelassen worden, und dieses Drama ist vorbei", sagte der Gouverneur der südostafghanischen Provinz Ghasni, Mehrajuddin Patan.
Gestern hatten die Taliban bereits zwölf Entführte freigelassen und gruppenweise dem Internationalen Komitee vom Roten Kreuz übergeben. Die Taliban hatten im Juli in der Provinz Ghasni 23 Südkoreaner entführt. Zwei kranke Frauen ließen sie bereits Mitte August frei. Zwei männliche Geiseln hatten die Entführer erschossen.
Die südkoreanische Regierung hatte nach eigenen Angaben zugesagt, ihre rund 200 Soldaten - wie bereits vor der Geiselnahme beschlossen - bis Jahresende aus Afghanistan abzuziehen. Auch habe die Regierung versprochen, keine "christlichen Missionare mehr in das Land zu schicken". Nach Angaben der Taliban willigte die Regierung in Seoul ein, alle Missionare bereits bis morgen nach Hause zu beordern.
[Bildunterschrift: Vier der südkoreanischen Geiseln nach ihrer Freilassung in der afghanischen Stadt Ghasni. ]
Der afghanische Außenminister Rangin Dadfar Spanta kritisierte das Vorgehen Südkoreas. Durch das Verkünden einer Einigung zwischen den radikal-islamischen Taliban und Südkorea sei "bedauerlicherweise" der Eindruck entstanden, die Regierung des südostasiatischen Landes habe den Forderungen der Entführer nachgegeben, sagte er dem rbb-Inforadio. Der Abzug sei ohnehin mit der afghanischen Führung vereinbart gewesen. "Aber wenn nach außen der Eindruck erweckt wird, dass die internationale Gemeinschaft und die afghanische Regierung sich erpressen lassen, dann ist das eine sehr gefährliche Botschaft", sagte der Außenminister. Die afghanische Regierung hatte die ursprüngliche Forderung der Taliban, Gesinnungsgenossen aus Gefängnissen freizulassen, kategorisch abgelehnt.
Die Landesrundfunkanstalten der ARD: BR, HR, MDR, NDR, Radio Bremen, RBB, SR, SWR, WDR,
Weitere Einrichtungen und Kooperationen: ARD Digital, ARTE, PHOENIX, 3sat, KI.KA, DLF/ DKultur, DW