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21.11.2009

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Süd-Thailand: Blutige Angriffe auf Zivilisten

Human Rights Watch beklagt Gewalt in Süd-Thailand

Blutige Angriffe auf Zivilisten

Muslimische Separatisten in Süd-Thailand töten und verstümmeln Zivilisten, verüben gezielt Anschläge auf Schulen, Krankenhäuser und buddhistische Tempel. Das geht aus einem Bericht der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch hervor. In dem 100 Seiten langen Bericht werden die in den vergangenen drei Jahren verübten Gewalttaten und Menschenrechtsverletzungen ausführlich dokumentiert.

Von Bernd Musch-Borowska, ARD-Hörfunkstudio Singapur

Die aus den ländlichen Regionen stammenden sogenannten Pattani-Freiheitskämpfer gingen mit fast unbeschreiblicher Brutalität gegen die Zivilbevölkerung vor, sagte Sunai Phasuk von Human Rights Watch Thailand. Menschen würden enthauptet und verstümmelt. Und sogar buddhistische Mönche seien unter den Opfern. "Das ist eine unglaubliche Brutalität, die wir dort beobachten", sagt Sunai. "Sie töten Lehrer, Ärzte und Krankenschwestern, buddhistische Mönche, sie verschonen niemanden. Normale Leute, die zur Arbeit gehen oder in Restaurants essen, werden getötet, durch Erschießungen, durch Bombenanschläge oder Angriffe mit Macheten."

Ausgebrannte Schule in der Provinz Narathiwat  (Foto: AFP) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Ausgebrannte Schule in der Provinz Narathiwat ]
Seit Januar 2004 wurden in den mehrheitlich von Muslimen bewohnten Provinzen Yala, Pattani und Narathiwat mehr als 3000 Anschläge auf Zivilisten und 500 Angriffe gegen Militäreinrichtungen verübt. Fast 2500 Menschen wurden getötet, 89 Prozent davon Zivilisten. "Wer nicht auf der Seite der Separatisten steht, gilt als Verräter. Wer mit den Regierungsbehörden kooperiert, gilt als Verräter. Sogar wer einfach freundschaftlich mit seinen buddhistischen Nachbarn zusammenlebt, gilt als Verräter und kann exekutiert werden", berichtet der Vertreter von Human Rights Watch.

Kriegsrecht gilt noch immer

Die muslimischen Separatisten im sonst mehrheitlich buddhistischen Thailand kämpfen für einen unabhängigen islamischen Staat. Während in der Vergangenheit die Gewalt vor allem gegen Polizei und Militär gerichtet war, wird in jüngster Zeit immer mehr die Zivilbevölkerung angegriffen und terrorisiert. Mehr als 30.000 Soldaten und paramilitärische Sicherheitskräfte sind in der Region stationiert. Dort gilt auch ein Jahr nach dem Militärputsch in Thailand noch das Kriegsrecht. Korruption im Justizwesen und Straffreiheit für Verbrechen, die von Seiten des Militärs begangen wurden, hätten das Vertrauen der Bevölkerung in die Sicherheitskräfte des Staates erschüttert, sagt Sunai Phasuk: "Es fällt den Menschen schwer, die Polizei und die Armee als Beschützer zu sehen. Im Gegenteil, sie sehen in den Soldaten und Polizisten potenzielle Gegner, von denen sie unter Umständen verhaftet, verschleppt oder sogar gefoltert werden könnten."

Regierung gesteht Mitverantwortung ein

Die thailändische Übergangsregierung hat sich für eine neue Vorgehensweise im Süden Thailands ausgesprochen. Der Premierminister hatte sich sogar bei den Bewohnern der Region für die anhaltende Gewalt entschuldigt und zugegeben, dass die Regierung für die Missstände mitverantwortlich sei.

Thailand Pattani
Stand: 29.08.2007 16:16 Uhr
 

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