Zur Haupt-Navigation der ARD.
Zum Inhalt.
Craig J. Venter wurde 1946 in Salt Lake City, Utah geboren. Während seines dreijährigen Dienstes im US Navy Medical Corps verbrachte er ein Jahr in Vietnam. Daraufhin begann er 1967 an der University of California Medizin zu studieren und wandte sich später der Fachrichtung Biomedizin zu. 1975 schloss Venter sein Studium mit Auszeichnung und dem Doktorgrad ab. Bald darauf erhielt er in den Disziplinen Pharmakologie und Therapeutik die Berufung zum Ordentlichen Professor.
1990 begannen die Forschungsarbeiten am Human Genome Project. Wissenschaftler begannen damit, Stück für Stück die Erbinformation zu entschlüsseln. Craig Venter dagegen verfolgte seinen eigenen Weg: Die Random-Shotgun-Methode (zufällige Schrotflinten-Methode). Viele führende Forscherkollegen lehnten diese Methode wegen Ungenauigkeit ab.
Venter machte sich 1992 selbständig und gründete das Institute for Genomic Research. Nach seinen schnellen Erfolgen warfen ihm Forscherkollegen die enge Verbindung mit der Pharmaindustrie vor. Eine weitere Kontroverse um dem Forscher war die Patentierung der von ihm gefundenen Gene und Gen-Abschnitte zugunsten seines Instituts beziehungsweise seiner Finanziers.
Für die Entschlüsselung des Erbguts innerhalb von drei Jahren gründete Venter im Mai 1998 die Firma Celera Genomics, deren Leitung er als Präsident übernahm. Seine Frau trat an die Spitze des Institute for Genomic Research. Die Celera Genomic stützte sich auf einen Budget von anfänglich 450 Millionen Dollar - das Human Genome Project verfügte über mindestens drei Milliarden Dollar. Im September 1999 begann Venter das menschliche Genom zu entziffern. Bei dieser Arbeit kam Venter die Arbeit des öffentlichen Genomprojektes (HGP) sehr zugute, da die zufälligen Stücke anhand der 'Karte' des HGP besser zusammengepuzzelt werden konnten.
Am 26. Juni 2000 legte Venter dann eine Arbeitsversion des ersten entschlüsselten menschlichen Genoms vor. Er betonte, die Rohdaten zu veröffentlichen, jedoch etwa 6500 Gene vorläufig patentieren zu lassen. Venter deponierte seine Daten nicht in einer frei zugänglichen Datenbank, sondern auf firmeneigenen Computern der Firma Celera. Dieses Vorgehen ist unter Wissenschaftlern unüblich. Mit der Publikation von Ergebnissen stellen sich Forschende in der Regel der Kritik der großen Wissenschaftergemeinde.
Venter prognostizierte noch im Jahr 2007 in einem Interview mit der "Financial Times", dank seiner künstlichen Bakterien binnen fünf Jahren die biotechnische Industrie komplett umzukrempeln und eine ganze Bandbreite neuer Produkte zu erschaffen. Diese Märkte seien "Milliarden und Milliarden von Dollar" schwer.
Die Landesrundfunkanstalten der ARD: BR, HR, MDR, NDR, Radio Bremen, RBB, SR, SWR, WDR,
Weitere Einrichtungen und Kooperationen: ARD Digital, ARTE, PHOENIX, 3sat, KI.KA, DLF/ DKultur, DW