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18.03.2010

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Ausland

Saddam Hussein warnt vor Militärschlag

Der irakische Staatschef Saddam Hussein zeigt sich von der wachsenden Kriegsgefahr gegen sein Land unbeeindruckt. In einer Fernsehansprache warnte er vor einem Angreif auf sein Land. Jede militärische Aktion sei zum Scheitern verurteilt und werde für die Angreifer in einer schmachvollen Niederlage enden.

Ende der Sanktionen gefordert

Sollte die amerikanische Regierung ihre Angriffspläne wahr machen, werde sie "in den Mülleimern der Geschichte" landen. Hussein forderte erneut ein sofortiges Ende der Sanktionen gegen sein Land. Vom Sicherheitsrat verlangte er, die eigenen Resolutionen zu erfüllen. 

Während der 20-minütigen Rede  - Anlass war der 14. Jahrestag des Kriegsendes zwischen Iran und Irak -  marschierten etwa 15.000 bewaffnete Menschen in einer Militärparade durch Bagdad. Sie gehören zur so genannten "Jerusalem-Armee". Die im Jahr 2000 gegründete Truppe besteht aus Zivilisten, die sich freiwillig gemeldet haben, um den palästinensischen Aufstand gegen Israel zu unterstützen.

Das amerikanische Außenministerium bezeichnete die Rede Husseins als "Prahlereien eines international isolierten Diktators". Seine Worte zeigten einmal mehr, dass er sich nicht an seine Verpflichtungen gegenüber der UNO halten wolle, sagte ein Sprecher.

UN-Generalsekretär Kofi Annan sagte, die Rede zeige, dass der Irak offenbar "kein bisschen nachgeben" würden. Die Aufforderungen Saddam Husseins an die UNO seien "nichts Neues". Sie  gehörten zu 19 Fragen, die Bagdad Anfang des Jahres an die Vereinten Nationen gerichtet habe und die unter den Mitgliedern des Sicherheitsrates zirkulierten. Es sei Sache der Ratsmitglieder zu antworten, so Annan. Er habe allerdings den Eindruck, als seien einige der Fragen an ganz bestimmte Länder gerichtet.      

Vorwurf der atomaren Aufrüstung

US-Vizepräsident Dick Cheney bezichtigte Hussein erneut der atomaren Aufrüstung. Nach dem Golfkrieg von 1991 habe Saddam Hussein seine Bemühungen, an Nuklearwaffen zu gelangen, nur vorübergehend aufgegeben. "Wenn wir ihn frei walten lassen, wird er in nicht allzu ferner Zukunft über Atomwaffen verfügen", so Cheney.

US-Präsident George W.Bush hatte zuvor noch einmal erklärt, er sei entschlossen, Saddam Hussein zu entmachten. Vor einem möglichen Militärschlag werde er sich aber mit dem Kongress und den Verbündeten abstimmen.

Lesen Sie zum Thema: Die "Chronik eines angekündigten Krieges" - eine Dokumentation von Thomas Aders und Michael Kirk. Sie untersucht, warum die USA Saddam Hussein 1991 weiter regieren ließen - und jetzt das Gegenteil vorhaben, welche Massenvernichtungswaffen der irakische Machthaber entwickelt und eingesetzt hat. Die Autoren zeigen, welche Gefahren den westlichen Truppen drohen, wie Kurden, Schiiten und arabische Nachbarn reagieren könnten.

Stand: 08.08.2002 23:28 Uhr
 

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