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[Bildunterschrift: Boris Jelzin im Jahr 1993 ]
Der frühere russische Präsident Boris Jelzin ist tot. Der 76-Jährige starb im Moskauer Kremlkrankenhaus an Herzversagen. Der Politiker hatte in den 90er Jahren mehrere Bypässe erhalten. Jelzin soll am Mittwoch in Moskau beigesetzt werden. Der Trauergottesdienst werde in der Christus-Erlöser-Kathedrale in Moskau stattfinden, teilte der Kreml mit. Anschließend solle Jelzin auf dem Neujungfrauen-Friedhof im Süden der Hauptstadt seine letzte Ruhe finden. Präsident Wladimir Putin ordnete für Mittwoch Staatstrauer an.
Jelzin, dessen Karriere als KPdSU-Funktionär in der Sowjetunion begann, war nach deren Zerfall 1991 erster Präsident der unabhängigen Russischen Föderation. Ende 1999 trat er nach mehreren Herzanfällen und hartnäckigen Gerüchten über eine Alkoholkrankheit sein Amt an seinen gewählten Nachfolger Wladimir Putin ab.
Ein starkes und blühendes Russland am Ausgang des 20. Jahrhunderts - das war das Ziel Boris Jelzins als Präsident seines Landes. Als Mann mit großen Stärken und vielen Schwächen wurde der Sohn eines Bauern überwiegend eingeschätzt - von "einem großen Dienst am Land, aber auch großen Fehlern" sprach Michail Gorbatschow.
Jelzin wurde am 1. Februar 1931 im Dorf Butka im Ural geboren. 1961 trat der spätere Bauingenieur in die KPdSU ein. Sein Weg führte ihn 1975 an die Spitze der Partei in Swerdlowsk, dem heutigen Jekaterinburg. KPdSU-Chef Michail Gorbatschow holte ihn zu Beginn der Perestroika-Zeit nach Moskau und machte ihn dort zum Parteichef. Ende 1987 musste Jelzin, der radikalere Reformen forderte, sein Amt aufgeben.
[Bildunterschrift: Präsident mit Schwächen: Boris Jelzin ]
Mit 89 Prozent der Wählerstimmen im Rücken zog er 1989 jedoch in den sowjetischen Kongress der Volksdeputierten und anschließend in den russischen Volksdeputiertenkongress ein, der ihn im Mai 1990 zu seinem Vorsitzenden machte. Aus der KPdSU trat er bald aus. Nach der Wahl zum ersten Präsidenten Russlands im Juni 1991 brachte Jelzin im August durch seinen Widerstand den Putsch orthodoxer Kommunisten gegen Gorbatschow zum Scheitern - und sorgte gleichzeitig mit für Gorbatschows Machtverlust. Mit den Staatschefs Weißrusslands und der Ukraine löste er im Dezember 1991 die Sowjetunion auf. Einen weiteren Putsch des kommunistischen Parlaments ließ er 1993 niederschlagen. Wegen des ersten Tschetschenien-Kriegs1994 bis 1996, bei dem tausende Menschen starben, verlor er die Unterstützung vieler Demokraten.
1996 schaffte Jelzin dennoch die Wiederwahl. In seine zweite Amtszeit fielen eine schwere Herzoperation im November 1996 und die immer häufigeren Krankheiten, die seine politische Aktivität praktisch zum Stillstand brachten. Vor allem aber mangelnde wirtschaftliche Erfolge kosteten ihn das Ansehen der frühen Jahre. Er führte radikale marktwirtschaftliche Reformen ein, die allerdings für weite Teile einen Abstieg in große Armut zur Folge hatten. Im letzten Amtsjahr kamen auch noch Vorwürfe der Bestechlichkeit und persönlicher Bereicherung hinzu. Am letzten Tag des Jahres trat Jelzin zurück.
Im Kreml übergab Jelzin am 31. Dezember 1999 dem Nachfolger Wladimir Putin sein Amt - und seinen Kugelschreiber. Der neue, junge Präsident, ein ehemaliger KGB-Oberst, versprach Straffreiheit und Immunität auf Lebenszeit für den scheidenen Präsidenten. Zuletzt trat Jelzin nur noch selten öffentlich auf. Wegen seiner Herzerkrankung kam er regelmäßig zu Nachuntersuchungen nach Berlin, zuletzt im vergangenen Oktober.
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