Hintergrund

Historische Wurzeln des Nahost-Konflikts Die arabische Nationalbewegung

Stand: 29.08.2007 06:45 Uhr

Seit Mitte des 19. Jahrhunderts war in den größeren Städten des Nahen Ostens eine nationalarabische Bewegung entstanden. Diese richtete sich gegen die 400-jährige Herrschaft der Osmanen. Ihr Ziel war ein unabhängiges Vereinigtes Arabisches Königreich, das neben Palästina die heutigen Staatsgebiete von Syrien, Libanon und Jordanien umfassen sollte.

Nach dem Ersten Weltkrieg, als die Region durch den Völkerbund, der Vorgängerorganisation der Vereinten Nationen, zu britischen und französischen Mandatsgebieten erklärt wurde, richtete sich das arabische Nationalbewusstsein zunächst aber nicht gegen die neuen Machthaber. Die Araber hofften weiter auf die Einhaltung der britischen Zusagen. Zudem sah das Völkerbund-Mandat vor, dass die Mandatsgebiete in die Unabhängigkeit geführt werden sollten. 

Arabischer Widerstand

Der Großmufti von Jerusalem, Amin Al Husseini, war einer der radikalsten moslemischen Führer der Nationalbewegung. Ihm gelang es, den Konflikt zwischen Juden und Arabern als religiösen Kampf darzustellen. Bereits in den zwanziger Jahren kam es zu den ersten blutigen Ausschreitungen. Übergriffe auf jüdische Siedlungen, zivile und militärische Einrichtungen nahmen zu. Bei Massakern wurden 1929 in Hebron 57 Juden ermordet. Seit 1936 richtete sich der arabische Aufstand auch gegen die britischen Mandatsmacht.

Gründung der Arabischen Liga

Nach Ende des Zweiten Weltkriegs hielt die anti-jüdische Koalition der mittlerweile unabhängigen oder vor der Unabhängigkeit stehenden arabischen Staaten. Selbst die im Mai 1945 gegründete Arabische Liga definierte die Befreiung Palästinas als eines ihrer wichtigsten Ziele.

Einen israelischen Staat lehnte die Liga entschlossen ab. Einen Tag nach der Ausrufung des Staates Israels, am 15. Mai 1948, griffen fünf arabische Staaten, Libanon, Syrien, Irak, Jordanien und Ägypten an. Untereinander aber uneinig und misstrauisch wurde ihr Angriff zurückgeschlagen.

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