Hintergrund

Theodor Herzls Erbe Die zionistische Bewegung

Stand: 29.08.2007 06:45 Uhr

Als Reaktion auf den wachsenden Antisemitismus und den zunehmenden Nationalismus in Europa bildete sich gegen Ende des 19. Jahrhunderts eine Bewegung, die konkret auf einen jüdischen Staat in Palästina hinarbeitete: der Zionismus, abgeleitet vom hebräischen Wort Zion für Jerusalem.

Theodor Herzl: Vater des Zionismus

Offiziell ins Leben gerufen wurde die zionistische Bewegung von Theodor Herzl, einem Journalisten und Schriftsteller. Nach 2000 Jahren der Diaspora, der "Zerstreuung" jüdischer Gläubiger in aller Welt, sollten Juden auf einem Kongress 1897 in Basel erstmals über einen eigenen, unabhängigen jüdischen Staat beraten.

Obwohl sich auch religiöse Juden dem Zionismus anschlossen, war die Bewegung in ihrer Mehrheit nicht religiös und strebte nach einem Heimatland, nicht nach einem "heiligen Land" für die Juden. Die Zionisten betrachteten das Judentum als Volk, nicht als Religion.

Masseneinwanderung geplant

Das auf dem ersten Zionistenkongress verabschiedete "Basler Programm" forderte die Schaffung einer sicheren Heimstatt für Juden in Palästina. Juden aus aller Welt sollten sich massenhaft in Palästina niederlassen. Viele Zionisten glaubten, Palästina sei ein unbevölkertes Land. Andere gingen davon aus, die in Palästina lebenden Araber würden dankbar sein, dass sie das Land wirtschaftlich voranbringen, denn Palästina war damals eine rückständige Provinz des Osmanischen Reiches. 

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