Hintergrund

Chronologie Geschichte im Überblick

Stand: 28.08.2007 03:33 Uhr

Die nordkoreanische Flagge
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Die nordkoreanische Flagge

Nord- und Südkorea waren Spielbälle des Kalten Krieges. Die Nähe zur Sowjetunion beziehungsweise den USA garantierte das Überleben. Erst 1991 traten beide Staaten den Vereinten Nationen bei. Ihre Teilung wird bis auf weiteres bestehen. tagesschau.de dokumentiert die nordkoreanische Geschichte.

1945 – Nach dem Zweiten Weltkrieg endet die japanische Kolonialherrschaft in Korea. Der Norden wird von der Roten Armee, der Süden von US-Truppen besetzt.

1946 – Gründung der Koreanischen Arbeiterpartei. Die Sowjets installieren eine politische Führung, darunter auch den Guerilla-Anführer Kim Il Sung.

1948 – Demokratische Volkrepublik Korea wird ausgerufen. Sowjets ziehen sich zurück.

1950 – Der Süden des Landes erklärt seine Unabhängigkeit. Der Norden startet eine Invasion.

1953 – Waffenstillstand beendet den Korea-Krieg, in dem zwei Millionen Menschen starben. Zwei getrennte Staaten bleiben bestehen.

ab 1960 – Nord- und Südkorea treiben die Industrialisierung voran, wobei der Norden anfangs einen deutlichen Vorsprung hat.

1968 –US-Spionageboot von Nordkoreanischen Kanonenbooten aufgebracht.

1969 – US-Aufklärungsflugzeug über Nordkorea abgeschossen.

1972 – Geheimen Gesprächen zwischen Nord und Süd folgt ein offizieller Dialog mit dem Ziel der Wiedervereinigung.

1980 – Kim Il Sung installiert seinen Sohn Kim Jong Il in Führungsämtern der Partei, bereitet auch damit dessen spätere Machtübernahme vor.

1986 – Südkoreanischer Passagierjet über dem Meer gesprengt. 115 Menschen sterben. Geheimdienste halten Nordkorea für verantwortlich.

1991 – Die beiden Koreas treten den Vereinten Nationen bei.

Flagge IAEA
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Flagge der Internationalen Atomenergie-Organisation IAEA

1992 – Nordkorea erklärt sich einverstanden mit Inspektionen seiner Nuklearanlagen durch die Internationale Atomenergiebehörde (IAEO). Bis 1994 allerdings kommt es zu keinerlei Inspektionen, da sich Nordkorea weigert, der IAEO Zugang zu mutmaßlichen Plutonium-Produktionsstätten zu gewähren.

1993 – US-Päsident Bill Clinton plant einen Luftangriff auf die umstrittene Nuklear-Anlage in Yongbyon. Seine Berater rechnen ihm vor, dass bei einem Krieg bis zu eine Million Menschen sterben könnten. Neben tausenden US-Soldaten wären das vor allem Bewohner der südkoreanischen Haupstadt Seoul, die in 90 Sekunden von Nordkoreas Raketen erreicht würde. Clinton bläst die Aktion ab.

1994 – Präsident Kim Il Sung stirbt. Sein Sohn Kim Jong Il übernimmt kommissarisch die Staatsführung.

Nordkorea erklärt sich gemäß der Genfer "Rahmenvereinbarung" von 1993 bereit, seine Nuklearprogramme offenzulegen und den Bau einer Atombombe nicht weiter zu betreiben. Im Gegenzug sollen zwei zivile Reaktoren gebaut werden. Außerdem soll dem Land mit geschenkten Heizöllieferungen im Wert von fünf Milliarden Dollar bei der Lösung seiner akuten Energieprobleme geholfen werden. Als frühester Termin für die Stromproduktion in den geschenkten Reaktoren wird 2010 genannt.

1995 – Die USA stimmen dem Bau der beiden Reaktoren zu, die besonders wenig waffenfähiges Plutonium produzieren sollen.

1996 – Nordkorea leidet unter Hungersnöten und Überflutungen. Pjöngjang reagiert mit der Entsendung von Truppen an die südkoreanische Grenze und erklärt den Waffenstillstand mit Seoul für beendet. Ein Nordkoreanisches U-Boot strandet an der Küste Südkoreas.

1998 – Kim Jong Il übernimmt die Macht, der Verstorbene Kim Il Sung allerdings wird zum "Ewigen Präsident" ausgerufen.

UN-Nahrungsmittelhilfen kommen im großen Umfang ins Land.

Pjöngjang führt offenbar Tests mit einer eigenen Mittelstreckenrakete durch. Die Rakete fliegt über Japan hinweg in den Pazifik. Laut Nordkorea handelte es sich um einen fehl geschlagenen Satellitenstart.

Südkoreanische Marine bringt nordkoreanisches Spionage-U-Boot auf. Die neun Crewmitglieder sind tot. Angeblich begingen sie Selbstmord.

Lesen Sie auch Teil 2 der Chronologie:

Von der "Sonnenscheinpolitik" zum "Schurkenstaat"

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