Zur Haupt-Navigation der ARD.
Zum Inhalt.

18.03.2010

ARD-Logo

Suche in tagesschau.de

Hauptnavigation
Multimedia
  • VideoLivestream.tagesschau 16:00 Uhr
  • Videotagesschau24.
  • VideoLetzte Sendung.tagesschau 14:00 Uhr
Inhalt
Ausland
Scheich Jassin

Israel tötet Hamas-Führer Jassin

 (Foto: REUTERS) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Scheich Jassin (Archivfoto) ]
Der geistige Führer und Gründer der Hamas-Organisation, Scheich Achmed Jassin, ist bei einem israelischen Luftangriff in Gaza-Stadt getötet worden. Israelische Kampfhubschrauber beschossen den Wagen des gelähmten Jassins mit Raketen, als dieser nach dem Besuch einer Moschee aus dem Rollstuhl in sein Auto gehoben werden sollte, berichteten Augenzeugen. Sieben seiner Anhänger wurden ebenfalls getötet, weitere 17 Menschen verletzt, darunter zwei Söhne des Scheichs. Unter den Toten sind auch drei Leibwächter Jassins.

"Jassin war nicht immun"

Ariel Scharon (Foto: REUTERS) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Israels Premier Ariel Scharon ]
Einem Rundfunkbericht zufolge ordnete Israels Regierungschef Ariel Scharon die Tötung persönlich an. Juri Stern, Fraktionsvorsitzender der ultra-rechten Nationalen Union forderte, Israel müsse nun auch den Palästinenserpräsidenten Jassir Arafat gezielt töten. Scharons politischer Berater Amos Gilad erklärte, Arafat sei noch gefährlicher als Jassin.

Israels Regierung rechtfertigte das Attentat. "Jassin und die anderen standen hinter den Terror-Strukturen im Gaza-Streifen", sagte der stellvertretende Verteidigungsminister Seew Boim israelischen Rundfunk. "Ich habe seit langem gesagt, dass Jassin ein Ziel zum Töten ist. Er war nicht immun."

Peres sieht Tötung als Fehler

Der israelische Oppositionsführer Schimon Peres kritisierte die gezielte Tötung Jassins als "Fehler". Peres sagte nach Meldungen des israelischen Rundfunks, die Liquidierung Jassins könne Israels Situation verschlechtern und zu einer Eskalation der Lage in der Region führen. Man könne den Terror nur beenden, indem man seine Ursachen beseitige, und nicht indem man Führer töte, betonte der Friedensnobelpreisträger. Zahlreiche linksgerichtete israelische Abgeordnete verurteilten das Attentat ebenfalls als einen "tragischen Fehler, der zu endlosem Blutvergießen führt."

Mehrfache Drohungen Israels

Jassins Sarg auf dem Weg zur Beerdigung (Foto: REUTERS) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Scheich Jassins Sarg wird von einer Menschenmenge getragen ]
Die israelische Regierung hatte in der Vergangenheit immer wieder mit der Tötung Jassins gedroht. Die Armee hatte bereits im September vergangenen Jahres versucht, ihn zu töten. Für diesen Fall hatte die Hamas im Januar eine beispiellose Anschlagserie gegen Israelis angedroht. "Wir werden die israelischen Zionisten in einem Meer von Blut ertränken", hieß es damals in einer Erklärung.

Stand: 22.03.2004 20:06 Uhr
 

© tagesschau.de

tagesschau.de ist für den Inhalt externer Links nicht verantwortlich.

Die Landesrundfunkanstalten der ARD: BR, HR, MDR, NDR, Radio Bremen, RBB, SR, SWR, WDR,
Weitere Einrichtungen und Kooperationen: ARD Digital, ARTE, PHOENIX, 3sat, KI.KA, DLF/ DKultur, DW