ARD-Dokumentation "Tage des Terrors" Bin Laden ist schnell der Hauptverdächtige

Stand: 27.08.2007 09:56 Uhr

Manhattan in Schutt und Asche, die Menschen fliehen aus den Trümmern
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Manhattan in Schutt und Asche, die Menschen fliehen aus den Trümmern

10.27 Uhr, Manhattan: Auch im Nordturm des Welthandelszentrums hat das Feuer die Statik der 400 Meter hohen Stahlkonstruktion zerstört. Die Träger werden in der glühenden Hitze weich und geben dem Druck der darüber liegenden Stockwerke nach. Bis zu 10.000 Tote, sagen die ersten Schätzungen, könnten unter den Trümmern liegen. Die Attentäter haben wohl mehr Zerstörung angerichtet, als sie sich erträumen konnten, ihr Triumph ist total, die Supermacht USA bis aufs Blut gereizt.

Suche nach Verantwortlichen beginnt

Was wird der Präsident tun? 93 Prozent der Amerikaner, so ergeben Umfragen, sind für einen militärischen Schlag gegen die Terroristen, 70 Prozent auch dann, wenn der Feldzug viele Amerikaner das Leben kostet. Präsident Bush gibt bekannt, dass die Suche nach den Auftraggebern des Verbrechens begonnen hat: "Ich habe alle unsere Aufklärungs- und Rechtsschutzorgane in Bewegung gesetzt, um die Verantwortlichen zu finden und sie vor Gericht zu stellen. Wir werden nicht unterscheiden zwischen den Terroristen, die diese Taten begangen haben und denjenigen, die ihnen Unterschlupf gewähren."

Bin Laden weist Verantwortung zurück

Bin Laden ist schnell der Hauptverdächtige. Nur ihm trauen die Ermittler einen Anschlag dieser Dimension zu. Propagandavideos werden im Fernsehen gezeigt. "Kämpft für den Islam", fordert Bin Laden seine Anhänger auf, "denn es gibt keinen Gott außer Allah. Eure Brüder in Palästina sind voller Ungeduld. Sie erwarten von Euch, dass Ihr gegen die USA und Israel das Schwert erhebt. Amerika und Israel tun alles, um ihre Interessen durchzusetzen. Deshalb tut Ihr alles, um sie zu schlagen. Damit Gottes Wort siegt."

Bin Laden selbst behauptet, für den Terror von New York und Washington nicht verantwortlich zu sein. Aber er beglückwünscht die Täter. Auch das Regime der afghanischen Taliban, bei dem Bin Laden sich und seine Kämpfer versteckt hält, lehnt jede Verantwortung ab.

Pakistan sichert Unterstützung zu

Trotzdem ist die Angst vor einem Militärschlag der USA und der NATO so groß, dass bereits Tausende Afghanen ihre Heimat verlassen und über die Grenze nach Pakistan ziehen. Pakistan hat den USA zugesichert, bei der Verfolgung der Terroristen zu kooperieren, will aber auch seine diplomatischen Kanäle zur Taliban nicht völlig kappen.

Der Taliban-Botschafter in Pakistan droht am Samstag offen mit Gewalt. Ihre Kämpfer würden in jedes Nachbarland einmarschieren, das eine militärische Allianz gegen sie unterstützen würde, sagt Abdul Salam Salf, Taliban-Botschafter in Pakistan.

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