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Ausland
Guantanamo
Anti-amerikanische Proteste nach Koran-Schändungen
Unmut über Koran-Schändungen

Erneut anti-amerikanische Demonstrationen

In mehreren Ländern des Nahen Ostens haben erneut tausende Menschen gegen die mutmaßliche Schändung des Korans im US-Gefangenenlager Guantanamo protestiert. Allein im ägyptischen Alexandria folgten rund zehntausend Menschen einem Aufruf der radikalislamischen Moslembruderschaft, wie Reporter der Nachrichtenagentur AFP berichteten. Die Demonstranten hielten Banner mit Aufschriften wie "Boykottiert die Amerikaner, die den Koran geschändet haben" und "Wir opfern unser Leben der Verteidigung des Korans".

In der Hauptstadt Kairo versammelten sich etwa eintausend Menschen nach dem Freitagsgebet im Hof der El-Ashar-Moschee. Mehrere Demonstranten zerrissen ein Porträt von Präsident Husni Mubarak und trampelten darauf herum.

Proteste in Pakistan Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Proteste in Pakistan ]

In der jordanischen Hauptstadt Amman protestierten rund 1500 Menschen nach dem Freitagsgebet gegen die Koranschändung, die sich im US-Gefangenenlager Guantanamo zugetragen haben soll. Die Demonstranten skandierten Parolen gegen US-Präsident George W. Bush und forderten den Abzug der US-Truppen aus dem Irak und Afghanistan. "Amerika ist der Feind der Religion", riefen sie.

Tausende Libanesen und Palästinenser gingen auch an verschiedenen Orten im Libanon auf die Straße. In Beirut nahmen an den Demonstrationen auch Kinder teil, die Plastikwaffen und den Koran in der Hand hielten. Die schiitische Hisbollah-Miliz organisierte Kundgebungen in ihren Hochburgen im Süden der libanesischen Hauptstadt, in Baalbeck im Osten und in Tir im Süden. In einem Lager für palästinensische Flüchtlinge, Ain Heloué, nahmen rund 5000 Menschen an Protesten teil, zu denen islamistische Gruppen aufgerufen hatten.

Eingeständnisse des Pentagons

Zuvor hatte das US-Verteidigungsministerium im Skandal um mögliche Schändungen des Koran durch US-Soldaten Missbräuche in mindestens fünf Fällen eingestanden. Viermal sei das heilige Buch des Islam von Wächtern und einmal von einem Verhörbeamten "im weitesten Sinne falsch behandelt" worden, sagte ein US-Brigadegeneral. In drei Fällen sei der Koran "sehr wahrscheinlich" absichtlich falsch behandelt worden. Bislang seien zwei Angehörige des Gefängnispersonals in Guantanamo diszipliniert worden.

Stand: 28.05.2005 07:44 Uhr
 

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