Zur Haupt-Navigation der ARD.
Zum Inhalt.
[Bildunterschrift: Forderte öffentlich die Vernichtung Israels: Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad ]
Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad hat die "Tilgung Israels von der Landkarte" gefordert und eine Zerstörung des Staates durch palästinensische Anschläge heraufbeschworen. "Es gibt keinen Zweifel: Die neue Anschlagswelle in Palästina wird das Stigma im Antlitz der islamischen Welt ausradieren", sagte Ahmadinedschad vor Studenten auf einer Konferenz in Teheran mit dem Titel "Die Welt ohne Zionismus". Die Schaffung des "zionistischen Regimes" sei eine gegen die islamische Welt gerichtete Tat gewesen. Die "Gefechte im besetzten Land" seien Teil eines "Schicksalskrieges". Der Ausgang von hunderten Jahren Krieg werde auf palästinensischem Land entschieden.
"Jeder, der Israel anerkennt, wird im Zornesfeuer der islamischen Nation verbrennen", sagte Ahmadinedschad. Eine Anerkennung des jüdischen Staates bedeute, dass man die Aufgabe und Niederlage der islamischen Welt hinnehme. Er zitierte den iranischen Revolutionsführer Ayatollah Khomeini: "Wie schon der Imam sagte, muss Israel von der Landkarte getilgt werden."
Den israelischen Rückzug aus dem Gaza-Streifen bezeichnete Ahmadinedschad als "Trick". Das Gebiet habe den Palästinensern schon gehört, und durch den Abzug wolle Israel lediglich erreichen, dass der Staat von islamischen Regierungen anerkannt werde. Ahmadinedschad kam im August an die Macht. Er löste den reformorientierten Präsidenten Mohammad Chatami ab. Seitdem geht der Iran auch im Streit um sein Atomprogramm auf Konfliktkurs zum Westen.
Die Äußerungen des iranischen Präsidenten sorgten weltweit für Empörung. Der israelische Ministerpräsident Ariel Scharon forderte nach israelischen Medienberichten den UN-Botschafter seines Landes auf, den Ausschluss Irans zu beantragen und eine Sondersitzung zu dem Thema zu verlangen. Die Äußerungen Ahmadinedschads nannte Scharon ein "Verbrechen", die gegen die Charta der UN verstießen. Ähnlich hatte sich bereits zuvor sein Stellvertreter Schimon Peres geäußert. Der israelische Außenamtssprecher Mark Regev sagte, zwei Extremisten hätten am Mittwoch offen über die Zerstörung des jüdischen Staats gesprochen. Einer sei der neue iranische Präsident, der andere Hamas-Führer Mahmud Sahar. "Das Problem mit diesen Extremisten" sei, dass sie ihren gewaltsamen Äußerungen Gewalttaten folgen ließen.
Der Sprecher des Weißen Hauses, Scott McClellan, sagte, Ahmadinedschads Äußerungen zeigten, dass die USA mit ihren Befürchtungen wegen des iranischen Atomprogramms Recht hätten. "Es unterstreicht unsere Bedenken hinsichtlich der nuklearen Absichten Irans", sagte McClellan. Der Sprecher des Auswärtigen Amtes, Walter Lindner, erklärte in Berlin: "Sollten diese Äußerungen tatsächlich gefallen sein, sind sie völlig inakzeptabel und auf das Schärfste zu verurteilen." Frankreich bestellte den iranischen Botschafter in Paris ein. Dieser solle die Worte Ahmadinedschads "erklären", sagte Frankreichs Außenminister Philippe Douste-Blazy. Das Existenzrecht Israels stehe für Frankreich außer Frage, betonte der Minister.
Es war das erste Mal seit Jahren, dass ein so ranghoher iranischer Politiker wie der Präsident öffentlich die Auslöschung Israels fordert, obwohl diese Forderung seit Khomeini zur Propaganda der iranischen Führung gehört.
Die Landesrundfunkanstalten der ARD: BR, HR, MDR, NDR, Radio Bremen, RBB, SR, SWR, WDR,
Weitere Einrichtungen und Kooperationen: ARD Digital, ARTE, PHOENIX, 3sat, KI.KA, DLF/ DKultur, DW