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Schüler im US-Bundesstaat Kansas werden sich künftig neben der von Charles Darwin begründeten Evolutionstheorie über die Entstehung des Lebens auch mit der bibelnahen so genannten kreationistischen Theorie auseinandersetzen müssen.
[Bildunterschrift: Homo erectus (links) und Homo sapiens ]
Die oberste Schulbehörde des Bundesstaates stimmte mit sechs zu vier Stimmen für die Aufnahme des religionsbasierten Kreationismus, wonach alles Leben göttlichen Ursprungs ist, in die Lehrpläne. Die Schüler sollten sich zwar vornehmlich mit der modernen Evolutionstheorie vertraut machen, derzufolge sich das Leben auf der Erde seit Jahrmillionen entsprechend der jeweiligen Umweltbedingungen entwickelt. Sie sollten aber auch die "wissenschaftliche Kritik an der Evolutionstheorie kennen lernen", hieß es.
Befürworter der kreationistischen Theorie begrüßten die Entscheidung des Ausschusses, während sich zahlreiche Lehrer und Wissenschaftler entsetzt über das Votum zeigten. Die Abstimmung war in Kansas die dritte ihrer Art seit 1999. In den beiden früheren Versuchen wurde die Lehrplanänderung jeweils abgelehnt.
Insgesamt haben bereits vier Bundesstaaten den Kreationismus in ihre Lehrpläne aufgenommen: Zuerst Ohio im Jahr 2002, anschließend auch Pennsylvania, Minnesota und New Mexico. In Pennsylvania wird das Thema derzeit vor Gericht verhandelt.
Früher wurde an US-amerikanischen Schulen übrigens nur die biblische Schöpfungsgeschichte gelehrt. Im Jahr 1925 wurde sogar ein Lehrer im Bundesstaat Tennessee zu einem Bußgeld verurteilt, weil er die Evolutionstheorie lehrte und damit gegen geltendes Recht verstieß. Das Verfahren wurde unter dem Namen "Monkey Trial" (Affenprozess) bekannt.
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