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Ausland
Polizisten in Paris sollen Krawalle verhindern (Foto: dpa/dpaweb)
Parlament stimmt über Notstandsverlängerung ab
Unruhen in Frankreich

Parlament stimmt über Notstandsverlängerung ab

Angesichts der anhaltenden Krawalle von Jugendlichen hat sich die französische Regierung von Premierminister Dominique de Villepin für eine Verlängerung der verhängten Notstandsmaßnahmen um drei Monate ausgesprochen. Die entsprechende Gesetzesvorlage verabschiedete der Ministerrat bei einer Sondersitzung im Elysée-Palast. Am Nachmittag wird die Nationalversammlung darüber abstimmen. Der geltende Ausnahmezustand wurde vergangene Woche per Dekret verhängt; er läuft nach zwölf Tagen am 21. November aus.

Chirac für zivilen Bürgerdienst

Frankreichs Präsident Jaques Chirac sagte in einer Fernsehansprache, die Regierung werde entschlossen die Krawalle beantworten. Er sehe hinter den Vorstadt-Krawallen "eine Sinnkrise".

Auch in der 19. Nacht infolge kam es wieder zu Ausschreitungen. Wie die Polizei in einer vorläufigen Bilanz mitteilte, gingen landesweit 162 Autos in Flammen auf. 42 Randalierer seien festgenommen worden. Insgesamt sei die Zahl der Straftaten aber weiter rückläufig.

EU bietet finanzielle Unterstützung

José Manuel Barroso  (Foto: AFP) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: José Manuel Barroso ]
Die Europäische Union (EU) hatte Frankreich eine Finanzhilfe in Höhe von 50 Millionen Euro angeboten, die zur Lösung der Probleme in den von den Krawallen betroffenen Vorstädten beitragen soll. Die größte Herausforderung, die derzeit auf Frankreich zukomme, sei die Schaffung von Arbeitsplätzen für die frustrierten Jugendlichen in den Trabantenstädten, sagte EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso in einem Interview des Senders Europe 1. "Wenn in den Vorstädten 60 Prozent der Jugendlichen keine Arbeit haben, ist das ein Problem." Er habe den französischen Ministerpräsidenten de Villepin bereits am Freitag über das Hilfsangebot der EU informiert, ergänzte er.

Jugendliche fühlen sich ausgegrenzt

Die Unruhen hatten am 27. Oktober in einem nördlichen Vorort von Paris begonnen und vor einer Woche einen Höhepunkt erreicht. Die randalierenden Jugendlichen stammen zumeist aus afrikanischen und arabischen Einwandererfamilien, die sich von der Gesellschaft ausgegrenzt fühlen. Nachdem die Regierung am Dienstag vergangener Woche den Notstand ausgerufen hatte, sind die Unruhen nach und nach abgeflaut.

Stand: 15.11.2005 08:13 Uhr
 

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