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Die militanten Proteste von Muslimen gegen die umstrittenen Karikaturen des Propheten Mohammed haben sich auf Indonesien ausgeweitet. In der Hauptstadt Jakarta drangen Demonstranten in die dänische Botschaft ein. Sie verbrannten eine dänische Flagge. "Wir sind keine Terroristen, wir sind keine Anarchisten, aber wir sind gegen Leute, die den Islam beleidigen", riefen die Demonstranten, die einer Partei angehören, die für die Einführung des islamischen Rechts in Indonesien eintritt. Bereits gestern hatten Parteimitglieder gegen die Karikaturen protestiert, die auch in einer indonesischen Zeitung veröffentlich worden waren.
In den palästinensischen Autonomiegebieten war es zu teilweise bewaffneten Protesten und Drohungen gegen Vertretungen und Bürger europäischer Staaten gekommen. Mehrere Büros wurden aus Sicherheitsgründen geschlossen. Ein junger Deutscher, der in Nablus im Westjordanland offensichtlich als Opfer der Empörung aus seinem Hotelzimmer entführt wurde, kam nach kurzer Zeit wieder frei: Die Polizei befreite die Geisel nach weniger als einer Stunde, wie der Sicherheitschef von Nablus, Rafah Al Rewadschba, mitteilte.
Der aus der Nähe von Halle stammende Mann arbeitet seit zwei Monaten bei dem Hilfsprojekt "Hope" mit, das Sprachkurse anbietet. Als Grund für seine Entführung sei angegeben worden, "dass eine Beleidigung gegen den Propheten Mohammed stattgefunden hat", sagte er gegenüber der Deutschen Presse-Agentur.
[Bildunterschrift: Militante Fatah-Anhänger sprühen das Wort "Geschlossen" auf die Tür des EU-Büros ]
In dem Konflikt um die Mohammed-Karikaturen hatten die militanten Al-Aksa-Brigaden in Nablus und dem Westjordanland nach Augenzeugenberichten gezielt nach Ausländern gesucht. In Hotels sei nachgefragt worden, ob sich dort Bürger aus Dänemark, Norwegen oder Frankreich aufhielten, berichtete ein Hotelbesitzer. Er sei zudem bei einem Besuch von zwei Männern aufgefordert worden, Ausländer zu melden und ihnen keine Unterkunft zu gewähren. Die Al-Aksa-Brigaden im Gaza-Streifen haben in der Vergangenheit bereits mehrfach Ausländer verschleppt.
Ein Sprecher der Brigaden bestritt, dass seine Gruppe etwas mit der Entführung des Deutschen zu tun habe. "Die Täter werden zur Verantwortung gezogen", sagte er.
Vor einem EU-Büro erklärten bewaffnete Palästinenser, die "europäische Provokation" mache alle EU-Institutionen in Gaza und der ganzen Welt zum "Ziel ihres Feuers". Auch gegen norwegische, dänische und französische Einrichtungen gab es Drohungen. In diesen Ländern hatten Zeitungen die umstrittenen Karikaturen abgedruckt, die erstmals im September von der dänischen Zeitung "Jyllands-Posten" veröffentlicht worden waren. Die Al-Aksa-Brigaden drohten, die Regierungen sollten ihre Konsulate in den palästinensischen Gebieten schließen, "sonst zögern wir nicht, sie zu zerstören". .
In den vergangenen Tagen hatte es in vielen arabischen Ländern Protestkundgebungen gegen den Abdruck der Karikaturen gegeben. Dabei wurden öffentlich dänische Flaggen verbrannt und die Bevölkerung zum Boykott dänischer Produkte aufgerufen.
Es gibt dort aber auch Bemühungen um eine Entspannung der Lage: Die jordanische Wochenzeitung "Schihane" druckte drei der umstrittenen Karikaturen ab und rief die Moslems zur Mäßigung auf. Die Organisation Reporter ohne Grenzen (RSF) forderte "Vernunft und Ruhe" ein. Aufrufe zur Gewalt oder Drohungen seien trotz aller Empörung "durch nichts" gerechtfertigt. RSF-Chef Robert Ménard sieht das Hauptproblem darin, dass die arabischen Regierungen nicht verstünden, "dass es eine völlige Trennung zwischen dem geben kann, was eine Zeitung schreibt und dem, was die dänische Regierung sagt".
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