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Gegen die umstrittenen Mohammed-Karikaturen sind wieder zehntausende Muslime auf die Straße gegangen. In Asien kam es zu den bislang größten Protesten. Auch in der Türkei, in Mazedonien und den palästinensischen Gebieten versammelten sich tausende Demonstranten.
In Istanbul forderten rund 2000 Demonstranten die Regierung auf, alle Beziehungen zu Dänemark abzubrechen. Zur größten Kundgebung in Pakistan kamen 5000 Menschen nach Islamabad. Pakistans Gesundheitsminister Nasir Khan kündigte an, die Einfuhr von Medikamenten aus jenen europäischen Ländern zu verbieten, in denen die Karikaturen erschienen sind.
In Peshawar in Pakistan demonstrierten 2000 Muslime. In Kenia griffen Demonstranten Fahrzeuge von westlichen Ausländern an. Ein Mensch wurde durch Schüsse verletzt, ein zweiter überfahren. In Gaza protestierten 7.000 Palästinenser, ein in Israel inhaftierter Hamas-Aktivist rief nach Angaben einer Gefängnissprecherin während des Freitagsgebets zum "Heiligen Krieg" gegen den Westen auf.
Aus Sicherheitsgründen verließ der dänische Botschafter die syrische Hauptstadt Damaskus. Die örtlichen Behörden hätten den offiziellen Schutz für die dänischen Diplomaten auf ein "inakzeptabel" niedriges Niveau gesenkt, begründete das Außenministerium in Kopenhagen den Schritt. Die konsularischen Interessen Dänemarks in Syrien würden bis auf weiteres vom deutschen Botschafter wahrgenommen.
Bei einer Protestkundgebung in der iranischen Hauptstadt Teheran ist zu einem Angriff auf die französische Botschaft gekommen. Etwa 60 junge Männer und Frauen bewarfen die Botschaft mit Steinen und Molotow-Cocktails. Einer der Brandsätze detonierte in der Botschaft und löste ein Feuer aus, das sofort gelöscht werden konnte. Nahezu alle Fensterscheiben des Gebäudes zur Straßenseite hin wurden eingeworfen. Die Menge skandierte "Nieder mit Frankreich! Nieder mit Israel!".
Der malaysische Ministerpräsident Abdullah Ahmad Badawi erklärte, zwischen dem Westen und dem Islam habe sich eine große Kluft aufgetan. Ein Grund dafür sei die Unzufriedenheit vieler Muslime mit der Politik des Westens gegenüber dem Irak, Afghanistan und den Palästinensern. Ein Muslim werde im Westen als "geborener Terrorist" betrachtet, sagte Abdullah vor 3000 Demonstranten.
Zuvor hatte er die westliche und die islamische Welt zur Versöhnung aufgerufen. "Der Westen sollte den Islam in der Weise behandeln, in der er selbst behandelt werden will und umgekehrt", sagte er. "Sie sollten einander als gleichwertig akzeptieren."
[Bildunterschrift: Focus- und Spiegel-Titelseite ]
Die ägyptischen Behörden verboten im Zusammenhang mit dem Streit um die Mohammed-Karikaturen die aktuellen Ausgaben des "Spiegels" und des "Focus". Dies berichtete die amtliche ägyptische Nachrichtenagentur MENA in Kairo. Die beiden deutschen Magazine hatten Teile der umstrittenen Zeichnungen im Zuge der Berichterstattung über den Karikaturen-Streit veröffentlicht. Die aktuellen Ausgaben der beiden Blätter dürfen nun nicht verkauft werden.
[Bildunterschrift: Kündigte eine Reise durch arabische Länder an: Der EU-Außenbeauftragte Javier Solana ]
Der EU-Außenbeauftragte, Javier Solana, will sich in der kommenden Woche bei einer Reise durch mehrere islamische Staaten um eine Entschärfung der Krise um Karikaturen des Propheten Mohammed bemühen. Nach Angaben einer Sprecherin in Brüssel wird er vier Tage lang Saudi-Arabien, Ägypten, Jordanien und die Palästinenserbehörde besuchen. Solana stehe auch in Verbindung mit der Arabischen Liga und die Organisation der Islamischen Konferenz. Ein Zusammenbruch der Kommunikation zwischen EU und islamischer Welt müsse unbedingt verhindert werden.
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