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[Bildunterschrift: Der Sarg mit dem Leichnam des serbischen Präsidenten Slobodan Milosevic bei der Ankunft am Flughafen in Belgrad (Screenshot). ]
Der frühere jugoslawische Präsident Slobodan Milosevic soll nach Angaben der serbischen Sozialisten am Samstag in seiner Heimatstadt Pozarevac bestattet werden. Zuvor werde der Leichnam des am Samstag in UN-Haft gestorbenen 64-Jährigen in Belgrad aufgebahrt, sagte der stellvertretende Vorsitzende der Sozialistischen Partei, Zoran Andjelkovic. Der Leichnam wurde bereits nach Belgrad gebracht. Am Flughafen hatte die gesamte Spitze der von Milosevic geführten Sozialistischen Partei (SPS) auf die Ankunft des Linienflugs der serbischen Fluggesselschaft JAT Airways aus Amsterdam gewartet.
Die Industriestadt Pozarevac, eine Hochburg der Milosevic-Anhänger, liegt 50 Kilometer südöstlich von Belgrad. Dort wurde auch seine Frau Mirjana Markovic geboren. Über den Ort der Beisetzung hatte es in den vergangenen Tagen zwischen der Familie und der serbischen Regierung Streit gegeben. Neben Belgrad wurde auch Moskau, wo die Familie lebt, als möglicher Bestattungsort genannt.
[Bildunterschrift: Mirjana Markovic, die Ehefrau von Slobodan Milosevic ]
Die Sozialisten hatten zuvor erklärt, der Ex-Präsident solle in Moskau beigesetzt werden. Für eine Beisetzung in Belgrad habe die serbische Regierung keine Voraussetzungen geschaffen, hieß es. Ein Belgrader Gericht hatte zwar den Haftbefehl gegen Milosevics Witwe aufgehoben, dies aber an Bedingungen geknüpft. Sie ist in Serbien wegen Amtsmissbrauchs und Korruption angeklagt und soll sich deswegen für Verhöre zur Verfügung halten. Milosevics Familie nannte diese Bedingungen inakzeptabel.
Ein russisches Ärzteteam bestätigte unterdessen die Ergebnisse der ersten Autopsie, nach der Milosevic an einem Herzinfarkt gestorben ist: Nach einer eingehenden Untersuchung stimme sein Team mit der Diagnose überein, erklärte Leo Bokeria von der Moskauer Bakulew-Klinik im staatlichen russischen Fernsehen.
Er kritisierte jedoch "grobe Fehler" der niederländischen Ärzte bei der Behandlung Milosevics. Er sei nur gegen offen zu Tage tretende Symptome wie Bluthochdruck behandelt worden, sagte der Herzspezialist. Dabei sei bei dem Patienten eine Arterie an zwei Stellen defekt gewesen. Bei Milosevic hätten zwei Koronar-Stents (Gefäßprothesen) gesetzt werden können, "und dann hätte er noch lange Jahre gelebt".
Russland hatte das Untersuchungsergebnis der ersten Autopsie skeptisch beurteilt. Die Ergebnisse einer toxologischen Untersuchung der Leiche liegen bislang nicht vor. Deshalb können weder Selbstmord noch eine Vergiftung als Todesursache ausgeschlossen werden.
[Bildunterschrift: Das UN-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag ]
Das UN-Kriegsverbrechertribunal stellte unterdessen das Verfahren gegen Milosevic offiziell ein. Der Ex-Präsident war 1999 als erstes amtierendes Staatsoberhaupt wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit vor dem Tribunal in Den Haag angeklagt worden. Nach seinem Sturz im Herbst 2000 wurde er im Juni 2001 auf internationalen Druck hin nach Den Haag ausgeliefert.
Ihm wurden insgesamt 66 Kriegsverbrechen in Kroatien, Bosnien-Herzegowina und im Kosovo in den 90er-Jahren zur Last gelegt, darunter Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Völkermord. Der Prozess gegen ihn hatte im Februar 2002 begonnen und wurde aus gesundheitlichen Gründen schon etliche Male unterbrochen. Im Falle eines Schuldspruchs hätte ihm lebenslange Haft gedroht.
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