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Fidel Castro hat sich krank gemeldet. Sein Bruder übernahm die Führung Kubas. Länger als jeder andere Staatschef der jüngeren Geschichte war der "Maximo Lider" an der Macht. Wie lange seine Auszeit dauert, ist unklar. Doch es steht fest: Fidel Castros politisches Erbe ist ebenso gewaltig wie problembeladen.
Von Stefan Rocker, ARD-Fernsehstudio Mexiko City
"Die Geschichte wird mich freisprechen." Das prophezeite Fidel Castro als junger Revolutionär. Wie kaum eine Person der Zeitgeschichte aber blieb er umstritten: Viele sehen in ihm nichts anderes als den letzten Diktator Lateinamerikas.
[Bildunterschrift: Castro (Mitte) mit Gesinnungsgenossen 1953 ]
Castro, geboren 1926, schloss sich als Student Widerstandsgruppen gegen den Diktator Batista an. Er organisierte in den Bergen Santiagos eine Guerilla-Bewegung, der es nach drei Jahren gelang, den verhassten Tyrannen zu stürzen. Im Januar 1959 zog Fidel Castro jubilierend durch die Straßen Havannas. Die kubanische Revolution wurde zum Vorbild vieler Aufstandsbewegungen. Finanziell massiv unterstützt von der Sowjetunion konnte Castros Kuba ein für die Region vorbildliches Gesundheits- und Bildungswesen aufbauen.
Revolutionsexport, Verstaatlichung der Industrie, Landreform - das brachte Castros Kuba in offene Konfrontation zu den USA. Diese verhängten ein Wirtschaftsembargo, das der Insel über Jahrzehnte ökonomisch schadete, das System ideologisch aber eher stabilisierte.
[Bildunterschrift: Fidel Castro (Archiv) ]
Nach dem Fall der Mauer – und dem finanziellen Rückzug der Sowjetunion aus Kuba - durchlebte die Zuckerinsel ihre größte Krise. Weite Teile der Bevölkerung verarmten. Nur mit Mühe konnte Castro Flucht und Unruhen im Land stoppen. Und immer stärker zeigt sich ab den 90er Jahren das hässliche Gesicht der Revolution: Jede Opposition wird gnadenlos unterdrückt. Dutzende von Dissidenten werden ins Gefängnis geworfen. Castro rechtfertigt die Repression mit dem Widerstand gegen die USA, seinen liebsten Feind.
[Bildunterschrift: Der "Máximo Líder" sprach in den zurückliegenden Jahrzehnten oft im staatlichen Rundfunk. Legendär sind seine stundenlangen Reden. Bis zu acht Stunden dauerten manche. ]
Was als Freiheitskampf auf Kuba begann, entwickelte sich zu einer Diktatur. Mit den Präsidenten Venezuelas, Hugo Chavez und Boliviens, Evo Morales, die er als seine politischen Erben sah, schloss er zuletzt einen Pakt, der Lateinamerika nach links rücken sollte. Als später Sieg der kubanischen Revolution. Bis zu seiner Krankheit präsentierte sich der greise Führer als ein charismatischer Verteidiger sozialistischer Ideen und eines unabhängigen Kubas, das sich vom Erzfeind USA nie bezwingen ließ.
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