Neue Internet-Plattform eröffnet Kim "Dotcom" Schmitz ist wieder im Geschäft

Stand: 20.01.2013 12:46 Uhr

Für die einen ist er ein umtriebiger Unternehmer, für die anderen schlicht ein Krimineller: Der Wahl-Neuseeländer Kim "Dotcom" Schmitz hat eine schillernde Karriere hinter sich. Nun macht er neue Schlagzeilen. Ein Jahr nach der Polizei-Razzia bei ihm eröffnete er eine neue Internetplattform.

Von Nicola Glass, ARD-Hörfunkstudio Südostasien

Für den Launch seines neuen Speicherdienstes "Mega" hat Kim Schmitz, besser bekannt als "Kim Dotcom", zeitlich nichts dem Zufall überlassen: Genau vor einem Jahr hatte die neuseeländische Polizei sein Anwesen nahe Auckland durchkämmt und Kim Schmitz sowie einige Mitarbeiter verhaftet. Die Vorwürfe lauteten auf Internet-Piraterie und Klau von geistigem Eigentum. Die damalige Razzia bedeutete auch das Aus für dessen Plattform Megaupload.com. Vor allem die US-Behörden werfen Schmitz massive Urheberrechtsverletzungen vor.

Kim "Dotcom" Schmitz auf einem Bildschirm während einer Perfomance auf seinem Grundstück in Neuseeland. | Bildquelle: dapd
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Mit einer großen Party beging Schmitz die Eröffnung seiner neuen Plattform.

Nun hat sich der in Neuseeland lebende, gebürtige Deutsche etwas Neues für die Internetgemeinde ausgedacht: "Mega" heißt dieser Speicherdienst, der nun öffentlich freigeschaltet ist. Lästerzungen sagen, die Nachfolgeplattform sei eine Art Rache für den Umgang von Polizei und Justiz mit seinen umtriebigen Geschäften. Das weist Schmitz, über dessen Auslieferung an die USA noch nicht entschieden wurde, naturgemäß von sich.

"Es geht nicht darum, der US-Regierung oder Hollywood vor den Bug zu schießen", macht Schmitz klar. Vielmehr hätten innovative Menschen, denen viel Unrecht getan worden sei, etwas Neues kreiert. Sie hätten sieben Jahre Erfahrung genutzt, "großartige Technologien zu schaffen, die in ein neues Produkt geflossen sind, die das Internet zu einem besseren Ort macht und für die Anwender von Nutzen sein soll."

Sicher vor dem Gesetz

Megaupload | Bildquelle: dapd
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Die Seite Megaupload.com brachte Schmitz rechtlichen Ärger und eine Hausdurchsuchung ein.

Mit "Mega" will Schmitz vieles anders und vor allem seine Person juristisch unangreifbar machen: Mit rechtlichen Mitteln könne man nicht gegen diese Plattform vorgehen, betont er. "Diese ist genauso legitim und hat das gleiche Recht zu existieren wie Dropbox, Boxnet und andere Wettbewerber in diesem Bereich auch."

Das Ganze unterliegt einer bestimmten Technik: Wenn ein Nutzer Dateien auf seinen Computer hochlädt, werden diese sofort verschlüsselt. Der jeweilige Anwender allein hat die erforderlichen Daten, um die verschlüsselten Informationen wieder lesbar zu machen. Der Nutzer hat es in der Hand, Freunden und Bekannten Zugang verschaffen.

Kim Dotcom meint daher seine Hände in Unschuld waschen zu können: Für die Aktivitäten seiner Kunden könne er künftig nicht belangt werden. Alle Nutzer bekommen 50 Gigabyte kostenlosen Speicherplatz. Wer mehr davon will, muss bezahlen. Den Informationen Schmitz' zufolge haben sich innerhalb kurzer Zeit bereits um die 250.000 Nutzer registriert.

Dieser Beitrag lief am 20. Januar 2013 um 12:27 Uhr bei Deutschlandradio Kultur.

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