Vorwürfe der organisierten Kriminalität gegen Megaupload-Gründer USA beantragen Auslieferung von Kim "Dotcom" Schmitz

Stand: 05.03.2012 05:02 Uhr

Kim Schmitz | Bildquelle: Reuters
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Unter strengen Auflagen frei: Kim Schmitz

Die USA haben einen Auslieferungsantrag gegen den deutschen Gründer der inzwischen gesperrten Internet-Plattform Megaupload vorgelegt. Die neuseeländische Staatsanwältin Anne Toohey, die in diesem Fall die Interessen der USA vertritt, teilte mit, der Antrag gegen Kim "Dotcom" Schmitz sei am Freitag beim Gericht in Auckland eingereicht worden.

Schmitz bisher auf Kaution frei

Ein neuseeländisches Gericht hatte entschieden, dass der Deutsche gegen Kaution auf freiem Fuß bleibt. Der gebürtige Kieler darf in seinem Haus nördlich von Auckland auf die Anhörung im Auslieferungsverfahren im August warten. Die USA wollen ihm und einigen seiner Mitarbeiter wegen Urheberrechtsverletzungen und Betrugs den Prozess machen.

Schmitz war im Januar in seinem Anwesen in Coatesville bei Auckland festgenommen worden. Gegen seine Freilassung auf Kaution war die Staatsanwaltschaft in Berufung gegangen. Sie fürchtet, dass er sich mit seiner schwangeren Frau und drei kleinen Kindern nach Deutschland absetzen könnte. Diese Gefahr sah der Richter nicht. Schmitz muss eine elektronische Fessel am Fußgelenk tragen und sei damit ausreichend zu überwachen.

Umschlagplatz für illegale Kopien von Filmen und Musik

Megaupload | Bildquelle: dapd
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Nicht mehr zu erreichen: die Website Megaupload

Megaupload soll sich massiver Internetpiraterie schuldig gemacht haben, indem es das Herunterladen von urheberrechtsgeschützten Werken ermöglichte. Die US-Behörden werfen Schmitz vor, die inzwischen dichtgemachte Plattform zu einem der größten Umschlagplätze für illegale Kopien von Filmen und Musik gemacht zu haben. Den Rechteinhabern sei so ein Schaden von mehr als 500 Millionen Dollar entstanden. Allein im Jahr 2010 soll Schmitz durch seine Internetaktivitäten 42 Millionen Dollar (rund 32 Millionen Euro) verdient haben. Die Anwälte weisen die Vorwürfe vehement zurück.

Megaupload bot seinen Nutzern an, Daten im Internet zu speichern und dort auch anderen zur Verfügung zu stellen. Dies ist an sich nicht illegal. Allerdings wurde die Plattform auch dazu genutzt, Raubkopien etwa von Musik, Filmen und Software zu verbreiten.

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