Klinik in Rennes | Bildquelle: AFP

Medikamententest in Frankreich Patient in Rennes für tot erklärt

Stand: 17.01.2016 16:20 Uhr

Der dramatisch verlaufende Medikamententest in Frankreich hat ein Todesopfer gefordert: Ärzte erklärten einen Mann für tot, bei dem bereits der Hirntod festgestellt worden. Bei drei der anderen fünf Patienten werden bleibende Hirnschäden befürchtet.

Der nach einem Medikamententest in Frankreich für hirntot erklärte Mann ist gestorben. Dies gab die Uniklinik von Rennes bekannt, ohne weitere Details zu nennen. Der Gesundheitszustand der weiteren fünf ins Krankenhaus gebrachten Versuchsteilnehmer sei unverändert. Vier von ihnen haben nach früheren Angaben neurologische Beschwerden, bei dreien fürchten die Ärzte sogar bleibende Schäden. Ein weiterer Mann hat keine Symptome, ist aber zur Beobachtung im Krankenhaus.

Die Männer hatten an einer klinischen Studie für die Zulassung eines neuen Wirkstoffs teilgenommen, der nach den dramatischen Folgen in Phase 1 abgebrochen wurde. Die Regierung stufte das Unglück als das schlimmste dieser Art in Frankreich ein. Die Behörden bemühen sich um Aufklärung, unter anderem schaltete sich die Behörde für Medikamentensicherheit in die Ermittlungen ein.

Fehler bei Tests oder im Medikament?

Die Ermittlungen sollen klären, ob es einen Fehler bei den Testabläufen gab oder ob das Problem bei dem Medikament selbst lag, das zur Behandlung von Stimmungsschwankungen und Angstzuständen eingesetzt werden soll. Der Chef des betroffenen Unternehmens Biotrial, François Peaucelle, versicherte, das Labor kooperiere mit den Ermittlern. Vertreter des portugiesischen Pharma-Konzerns Bial, der den Wirkstoff entwickelte, würden ebenfalls vor Ort sein und mit "totaler Transparenz" an den Ermittlungen teilnehmen. Bial hat versichert, bei der Entwicklung des Medikaments seien die internationalen Standards befolgt worden.

Insgesamt sollten an der Studie 128 gesunde Probanden zwischen 18 und 55 Jahren teilnehmen, von denen 90 den Wirkstoff in verschiedenen Dosen einnahmen. Dann aber traten bei mehreren Teilnehmern dramatische neurologische Probleme auf. Bei dem getesteten Wirkstoff soll es sich um ein schmerzstillendes Mittel handeln. Es soll in der Behandlung gegen Parkinson zum Einsatz kommen.

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