John McCain | Bildquelle: AP

Republikanischer Senator Hirntumor bei McCain festgestellt

Stand: 20.07.2017 05:21 Uhr

Beim republikanischen US-Senator McCain wurde ein Hirntumor diagnostiziert. Das teilte die behandelnde Klinik in Arizona mit. Der ehemalige Präsidentschaftskandidat hat sich in letzter Zeit zu einem der schonungslosesten Kritiker von Donald Trump entwickelt.

Amerika bangt um John McCain: Der republikanische Senator und frühere US-Präsidentschaftskandidat leidet an einem Hirntumor. Ärzte entdeckten das Geschwulst bei einer Operation, der sich der 80-Jährige am vergangenen Freitag wegen eines Blutgerinnsels über dem Auge unterziehen musste. Das teilte die behandelnde Klinik in McCains Heimatstaat Arizona mit.

Der ehemalige Vietnam-Kriegsgefangene zählt zu den prominentesten Mitgliedern des US-Kongresses und hat sich über die Parteigrenzen hinweg hohen Respekt erworben. So trafen auch sofort nach Bekanntwerden der Nachricht über seine Erkrankung Dutzende Genesungswünsche aus allen politischen Lagern ein. Präsident Donald Trump wies in einer schriftlichen Mitteilung darauf hin, dass McCain immer "ein Kämpfer" gewesen sei. Er und First Lady Melania beteten für ihn: "Werde schnell gesund."

Donald J. Trump @realDonaldTrump
Melania and I send our thoughts and prayers to Senator McCain, Cindy, and their entire family. Get well soon. https://t.co/fONWVlmYyz

Ähnlich äußerte sich Trumps demokratischer Amtsvorgänger Barack Obama: "John McCain ist ein amerikanischer Held und einer der mutigsten Kämpfer die ich jemals gekannt habe. Der Krebs weiß nicht, mit wem er es hier zu tun hat." McCain war 2008 gegen Obama im Rennen um das Präsidentenamt angetreten und verlor mit großem Rückstand.

Barack Obama @BarackObama
John McCain is an American hero & one of the bravest fighters I've ever known. Cancer doesn't know what it's up against. Give it hell, John.

"Ich werde zurückkommen"

In der Erklärung der Mayo-Klinik in Phoenix heißt es, McCain und seine Familie berieten nun mit den Ärzten über mögliche Behandlungsoptionen. Diese könnten eine Kombination aus Chemotherapie und Strahlung beinhalten, hieß es weiter.

McCain ist seit 30 Jahren Senator und hat sich im Laufe der Zeit den Ruf eines "Maverick" erworben - eines Mannes, der der Parteiräson nicht immer folgt und auch unbequeme Meinungen vertritt. So hat er sich zusammen mit seinem Parteikollegen und persönlichen Freund Lindsey Graham zu einem der schonungslosesten republikanischen Kritiker von Präsident Trump entwickelt - besonders mit Blick auf dessen außenpolitische Vorstellungen und den Kurs gegenüber Russland.

Trotz der Erkrankung will McCain sich nicht von der Politik verabschieden. Er werde etwas länger in seiner Heimat bleiben und sich behandeln lassen, aber dann zurückkehren, sagte Senator Graham. Das habe er ihm in einem Telefonat versichert. "Gott weiß, wie das endet, nicht ich. Aber ich weiß: Diese Krankheit hatte noch nie einen würdigeren Gegner", so Graham.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 20. Juli 2017 um 06:24 Uhr.

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