FBI-Vizedirektor Andrew McCabe | Bildquelle: AFP

Entlassung von Ex-FBI-Vize McCabe soll Notizen über Trump haben

Stand: 18.03.2018 07:45 Uhr

Der vom US-Präsidenten geschasste Ex-FBI-Vize McCabe hat sich offenbar Notizen über seine Kontakte mit Trump gemacht. Diese Gesprächsprotkolle sollen Trump in der Russlandaffäre belasten können.

Der gerade von der US-Regierung gefeuerte ehemalige FBI-Vizedirektor Andrew McCabe hat nach Informationen der Nachrichtenagentur AP persönliche Notizen über US-Präsident Donald Trump geführt. Die Notizen ähnelten denen des von Trump im Mai entlassenen FBI-Direktors James Comey, sagte eine mit dem Vorgang vertraute Person, die nicht genannt werden möchte.

Comey machte sich Notizen von Gesprächen mit Trump, die ihn nach eigener Aussage beunruhigten. Die Gewährsperson sagte AP, McCabes Memos enthielten unter anderem Einzelheiten zu Interaktionen mit dem Präsidenten.

Wie die AP weiter erfuhr, wurden solche Notizen dem Team von Sonderermittler Robert Mueller übergeben. Dieser ermittelt zu möglichen Absprachen zwischen Russland und dem Wahlkampflager von Trump.

"Teil des laufenden Krieges"

McCabes Memos enthalten demnach Einzelheiten zu seinen eigenen Interaktionen mit dem Präsidenten. Darüber hinaus geben sie verschiedene Gespräche McCabes mit Comey wider. Zwar ist ihr genauer Inhalt nicht bekannt. Die Memos könnten aber McCabes Aussage stützen, seine Glaubwürdigkeit sei angegriffen worden, um nicht nur ihn persönlich zu verleumden, sondern auch das FBI und die Strafverfolgung.

"Das ist Teil des laufenden Krieges der Regierung gegen das FBI und die Bemühungen der Sonderermittlungen", sagte McCabe unter Verweis auf die Untersuchungen Muellers.

Andrew McCabe vor dem Geheimdienstausschuss | Bildquelle: REUTERS
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Andrew McCabe vor dem Geheimdienstausschuss des US-Senats im Mai 2017. "Das ist Teil des laufenden Krieges der Regierung gegen das FBI."

Trump reagierte hocherfreut

Die Entlassung nur zwei Tage vor der Pensionierung McCabes verschärfte in den USA die politische Auseinandersetzung über die Ermittlungen zur Russland-Affäre weiter. Trump reagierte hocherfreut auf die Entlassung und brandmarkte die Ermittlungen über mögliche Russland-Kontakte seines Wahlkampfteams erneut als "Hexenjagd".

Das US-Justizministerium hatte McCabes Entlassung mit "schlechtem Verhalten" begründet. Interne Ermittlungen hätten ergeben, dass der frühere stellvertretende FBI-Chef eigenmächtig Informationen an die Medien weitergegeben habe und dem Generalinspekteur des Justizministeriums gegenüber "mehrfach" nicht vollkommen ehrlich gewesen sei.

Laut "Washington Post" könnten McCabes Mitschriften zur Russland-Affäre Trump gefährlich werden.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 18. März 2018 um 08:00 Uhr.

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