Ein afghanischer Flüchtling mit seinem Kind an der griechisch-mazedonischen Grenze. | Bildquelle: REUTERS

Flüchtlinge auf der Balkanroute Endstation Mazedonien

Stand: 23.02.2016 18:01 Uhr

Mazedoniens Grenze wird immer mehr zum Prellbock für Flüchtlinge: Wer nicht aus Syrien oder dem Irak kommt, wird wieder mit Bussen Richtung Athen gebracht. Und EU-Beamte helfen dabei, Mazedoniens Grenze dicht zu machen.

Von Stephan Ozsváth, ARD-Studio Südosteuropa Wien

"Wo kommt ihr her?", fragt der Beamte. "Burma", antwortet einer der beiden Flüchtlinge. "Wo seid ihr lang gegangen?", kommt die nächste Frage wie im Verhör gleich hinterher. Eine Szene aus der Polizeistation von Gevgelija, einer mazedonischen Kleinstadt an der Grenze zu Griechenland. Die Polizei befragt zwei Burmesen, die den Grenzzaun umgangen haben.

Fluchtwege nach Europa
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Die Karte zeigt die alternative Route durch Kroatien und Slowenien nach Österreich nach der Schließung der ungarischen Grenze.

Bohrende Fragen: "Wie habt ihr die Grenze überschritten? Illegal?" Die Burmesen müssen zurück nach Griechenland. Denn dort haben sie europäischen Boden betreten. Zwei Monate seien sie dort gewesen, erzählen die Männer.

Nur Syrer und Iraker kommen noch durch

Die Grenze bei Gevgelija wird immer mehr zum Prellbock für Migranten. Seit Mitte November wurden ohnehin nur noch Syrer, Iraker und Afghanen durchgelassen. Mittlerweile werden auch die Afghanen zurückgeschickt, bestätigt eine Sprecherin des UN-Flüchtlingshilfswerks.

Afghanische Flüchtlinge an der griechisch-mazedonischen Grenze
tagesthemen 22:15 Uhr, 23.02.2016, Christian Limpert, ARD Athen

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"Nur noch Menschen aus Syrien und dem Irak werden eingelassen", sagt sie. "Sie brauchen ein griechisches Registrierungsdokument, und ein Personaldokument, also Pass oder Personalausweis."

Etwa 4000 Menschen saßen deshalb vor dem Grenzzaun auf griechischer Seite fest. Aus Protest hatten sie seit gestern den Bahndamm blockiert. Die griechische Polizei räumte deshalb am Morgen. In Bussen wurden die Menschen zurück transportiert.

Griechische Polizisten führen Flüchtlinge, die eine Eisenbahntrasse nach Mazedonien besetzt hielten, in Bussen ab. | Bildquelle: dpa
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Griechische Polizisten führen Flüchtlinge, die eine Eisenbahntrasse nach Mazedonien besetzt hielten, in Bussen ab.

Genaue Ausweiskontrollen

Eine Iranerin hat die Balkanroute schon einmal in der anderen Richtung, mit Ziel Deutschland, zurückgelegt - mit falschen Papieren. "Vor einem Monat haben sie uns nach Slowenien geschickt," erzählt die Frau. "Wir hatten afghanische Papiere. Dort haben sie uns gesagt: Ihr reist mit falscher Nationalität und könnt nicht weiter nach Deutschland reisen."

EU-Beamte helfen an der mazedonischen Grenze

Polizei aus sechs EU-Staaten kontrolliert an der mazedonischen Grenze mittlerweile rigoros. Nicht nur Taschen werden gefilzt, sondern auch die Papiere werden von den Polizisten aus Tschechien und anderen osteuropäischen Ländern streng überprüft. Um Fälschungen zu erschweren, müssen die Papiere auch ein Foto tragen. Wer die Bedingungen nicht erfüllt, den drängen die Polizisten zurück nach Griechenland.

Lage in der mazedonischen Grenzstadt Gevgelija
Stephan Ozsváth, ARD Wien
23.02.2016 16:33 Uhr

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