Tausende Flüchtlinge harren an der Grenze zu Mazedonien aus | Bildquelle: AP

Mazedonien schließt Grenze für Afghanen Tausende Flüchtlinge sitzen in Griechenland fest

Stand: 22.02.2016 12:43 Uhr

Nach der Schließung der mazedonischen Grenze für afghanische Flüchtlinge sitzen Tausende Menschen in Griechenland fest. Die Regierung in Athen drängt auf Grenzöffnung - und in Piräus kamen Tausende weitere Flüchtlinge an.

Seit Sonntag lässt Mazedonien keine afghanischen Flüchtlinge mehr passieren. Mehr als 5000 Flüchtlinge sind deshalb auf der griechischen Seite der Grenze gestrandet. Sie warten auf die Einreise nach Mazedonien, ohne zu wissen, wann und ob sie weiterkommen. 

Zudem kamen in der griechischen Hafenstadt Piräus am Morgen mehr als 4000 Menschen an. Sie waren an Bord von drei Fähren und wollen über Nordgriechenland weiter nach Mitteleuropa fahren. Allerdings sind die Busse, die sie abholen sollten, nach übereinstimmenden Medienberichten bislang nicht gekommen. Offenbar versuche die Polizei, einen noch größeren Stau an der mazedonischen Grenze zu verhindern, meinten Reporter vor Ort.

Weitere 3000 Flüchtlinge sollen in Athen festsitzen, nachdem sie von den Ägäis-Inseln aufs Festland gebracht wurden.

Flüchtlinge in Piräus | Bildquelle: AFP
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Tausende Flüchtlinge sind im Hafen von Piräus angekommen.

Mazedoniens Handeln "nicht im Einklang mit EU-Gipfel"

Griechenland kritisierte den Kurs Mazedoniens. Im griechischen Fernsehen sagte der für Migration zuständige Vizeminister Ioannis Mouzalas, Mazedoniens Handeln sei "nicht im Einklang mit den Vereinbarungen des jüngsten Gipfels der EU."

Am vergangenen Donnerstag hatte die EU beschlossen, dass bis zum nächsten Sondergipfel Anfang März die Grenzen für Flüchtlinge aus dem Irak, Syrien und Afghanistan auf der Balkanroute offen bleiben. 

Mouzalas forderte die mazedonische Regierung auf, die Menschen wieder durchzulassen. "Wir haben diplomatische Schritte unternommen - wir glauben, dass das Problem gelöst werden kann."

Am Freitag hatte Österreich Tagesquoten für die Einreise von Flüchtlingen und Asylbewerbern eingeführt. Seit Samstagabend soll Serbien keine afghanischen Flüchtlinge mehr aus Mazedonien passieren lassen. Am Sonntag machte daraufhin Mazedonien seine Grenze für Afghanen dicht.

Die Lage an der griechisch-mazedonischen Grenze ist seit langem angespannt. Mitte November 2015 hatten die mazedonischen Behörden entschieden, nur noch Syrer, Iraker und Afghanen durchzulassen. Seit Ende Januar dürfen nur noch Flüchtlinge die Grenze überqueren, die in Deutschland oder Österreich einen Asylantrag stellen wollen. Mazedonien began zudem mit dem Bau eines zweiten Stacheldrahtzauns an der Grenze zu Griechenland, um illegale Grenzübertritte zu verhindern.

Anhaltender Flüchtlingszustrom auf den griechischen Inseln
tagesschau 17:00 Uhr, 22.02.2016, Ellen Trapp, ARD Rom

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Seit Jahresbeginn etwa 94.200 Flüchtlinge in Griechenland

In Griechenland sind trotz schlechten Wetters in den ersten 20 Februar-Tagen fast 34.000 Migranten auf Booten angekommen. Seit Jahresbeginn haben laut UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR etwa 94.200 Menschen von der Türkei übergesetzt.

Zum Vergleich: Im Juni 2015, als der große Flüchtlingszustrom begann und Europa Alarm schlug, hatten etwa 31.300 Migranten aus der Türkei zu den griechischen Ägäisinseln übergesetzt.

Laut griechischer Küstenwache sind in den vergangenen drei Tagen mehr als 1600 Menschen vor den Inseln der Ostägäis gerettet worden.   

Flüchtlinge in Griechenland | Bildquelle: AFP
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Diese Flüchtlinge wurden erst kürzlich von der griechischen Küstenwache aus einem Schlauchboot gerettet.

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