Grenzzaun zwischen Mazedonien und Griechenland nahe Gevgelija | Bildquelle: dpa

Grenzzaun in Mazedonien "Das ist kein Provisorium"

Stand: 12.02.2016 15:32 Uhr

Mazedonien baut eine zweite Sperre aus Zaun und Stacheldraht an seiner Grenze zu Griechenland, direkt fünf Meter hinter dem älteren Zaun. So entstehe eine "massive Grenzschutzanlage", die die Flüchtlinge stoppen soll, berichtet Michael Mandlik, vor Ort zwischen den beiden Zäunen.

In Griechenland und dem südlichen Balkan zeichnet sich eine massive Verschärfung der Flüchtlingskrise ab: Mazedonien baut einen zweiten Stacheldrahtzaun an seiner Grenze zu Griechenland, um Flüchtlinge zu stoppen. Der Zaun entsteht fünf Meter hinter demjenigen, der im November westlich und östlich des Grenzübergangs Gevgelija hochgezogen worden war. Medienberichten zufolge soll die Grenze auf einer Länge von mehr als 30 Kilometern mit dem zweiten Zaun abgeriegelt werden.

Binnen kürzester Zeit wurde die Anlage hochgezogen

Michael Mandlik aus dem ARD-Studio Südosteuropa hat sich den Zaun angesehen und berichtet direkt von der Grenzschutzanlage: "Das ist eine massive Anlage, die sicherlich kein Provisorium sein soll", sagt er. Binnen kürzester Zeit habe man Zäune und Stacheldraht hochgezogen, auch als Zeichen der Abschreckung, sagt er. Ziel sei vor allem, mit der massiven Sperranlage die von Mazedonien als illegale Flüchtlinge bezeichneten Menschen davon abzuhalten, über die "grüne Grenze" zu reisen. Legal über Grenzübergänge einreisen dürfen nur Menschen aus Afghanistan, Syrien und dem Irak, die nach Österreich oder Deutschland wollen. Der Grund: Sie haben Aussicht auf Asyl in Deutschland oder in anderen EU-Ländern. Die Herkunft müssen sie mit Pässen nachweisen.

Michael Mandlik, ARD Wien, von der griechisch-mazedonischen Grenze
tagesschau24 12:00 Uhr, 12.02.2016

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Flüchtlingszahlen steigen sogar

Alle anderen versuchten bislang, die Grenze an einer anderen Stelle zu überqueren. Sie sollen nun abgehalten werden - davon verspricht sich das Land einen Rückgang der Flüchtlingszahlen insgesamt. Bei den "legalen" Flüchtlingen aus Afghanistan, Syrien und dem Irak steigen die Zahlen jedoch sogar: Mandlik berichtet, ein UNHCR-Verantwortlicher habe ihm gesagt, während im Januar noch 50.000 Menschen dort über die Grenze wollten, seien es in den ersten Februartagen schon 20.000 gewesen.

Gleichzeitig hat Mazedonien mit Vorbereitungen für die Rückführung abgelehnter Migranten auf der Balkanroute begonnen. Die ersten acht von 22 Wohncontainern seien im Ort Tabanovce an der Grenze zu Serbien errichtet worden, berichten mazedonische Medien. Sie sind für Flüchtlinge auf der Balkanroute gedacht, die wegen der gedrosselten Einreisen nach Österreich über Slowenien und Serbien wieder nach Mazedonien zurückkommen.

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