May und Trump | Bildquelle: dpa

May auf US-Besuch Trump steht "100 Prozent" zu NATO

Stand: 27.01.2017 20:01 Uhr

Als ersten ausländischen Staatsgast hat US-Präsident Trump die britische Premierministerin May empfangen. Beide betonten die enge Beziehung ihrer Länder. May stellte klar, dass die Sanktionen gegen Russland aufrecht erhalten bleiben. May zufolge bekannte sich Trump "100 Prozent" zur NATO.

Die britische Premierministerin Theresa May hat als erster ausländischer Staatsgast US-Präsident Donald Trump im Weißen Haus besucht. Bei einer Pressekonferenz bedankte sich May für die frühe Einladung. Dies sei ein Zeichen für die Stärke und die Bedeutung der Beziehungen beider Staaten.

Die Premierministerin übermittelte im Namen von Königin Elizabeth II. eine Einladung an Trump, England zu besuchen. Der US-Präsident habe akzeptiert.

May ebenso wie Trump beteuerten, dass sie sich auf eine enge Zusammenarbeit freuen. Die enge Wirtschaftskooperation solle noch verbessert werden, um Arbeitsplätze in beiden Staaten zu schaffen. Großbritannien will die USA als Partner für ein bilaterales Freihandelsabkommen gewinnen, wenn das Land voraussichtlich 2019 aus der EU und aus dem europäischen Binnenmarkt austritt.

Den Brexit pries Trump als "großartige Sache" für Großbritannien. Durch den EU-Austritt würden die Briten zu "ihrer eigenen Identität" finden und unerwünschte Menschen aus ihrem Land heraushalten, sagte Trump bei der gemeinsamen Pressekonferenz.

May hob außerdem die Sicherheits- und Geheimdienstkooperation hervor, die im Kampf gegen den islamistischen Extremismus und die Gefahren aus dem Cyberspace intensiviert werden solle.

May: Sanktionen gegen Russland bleiben

May nutzte die Pressekonferenz im Weißen Haus, um klarzustellen, dass die Sanktionen gegen Russland erst bei einer vollständigen Umsetzung der Minsker Friedensvereinbarungen für die Ostukraine aufgehoben werden. Trump sagte dazu, es sei noch zu früh, um darüber zu sprechen. Zuvor hatte er angedeutet, die Sanktionen neu bewerten zu wollen.

Nach den Worten von May bekannte sich Trump während ihres gemeinsamen Gespräches "100 Prozent" zur NATO. Beide seien sich darin einig gewesen, dass es wichtig sei, dass Mitgliedsländer des Militärbündnisses "angemessen investieren, um unseren gemeinsamen Herausforderungen gemeinsam gegenüberzutreten". Trump selbst antwortete auf eine entsprechende Frage nicht. In einem Interview vor seiner Amtseinführung hatte er die Allianz als wichtig, aber auch überholt bezeichnet.

Allerdings zeigte sich Trump weniger überzeugt von einer guten Beziehung zu Russlands Präsident Wladimir Putin: Er hoffe auf ein fantastisches Verhältnis zu ihm. Es sei aber auch möglich, dass er sich nicht mit ihm verstehe. Er kenne ihn ja noch nicht.

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Keine Rückkehr zu Foltermethoden

Auf Nachfrage einer britischen Journalistin erklärte Trump, die USA würden nicht zur Anwendung von Foltermethoden bei Verhören mutmaßlicher Terroristen zurückkehren. Verteidigungsminister James Mattis habe mehrmals öffentlich erklärt, er lehne solche Verhörmethoden ab, sagte Trump.

"Er hat das Sagen", fügte Trump hinzu. Mattis sei ein hochangesehener General und habe das entsprechende Fachwissen. Allerdings sei er persönlich weiterhin überzeugt, das Foltermethoden zu wichtigen Erkenntnissen im Kampf gegen den Terrorismus führen können, sagte der US-Präsident.

Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 27. Januar 2017 um 21:45 Uhr.

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