Die Bürger entladen ihre Wut im Rathaus von Kensington. | Bildquelle: REUTERS

Demonstration nach Wohnhausbrand London - die Wut bricht sich Bahn

Stand: 16.06.2017 20:19 Uhr

Nach dem verheerenden Wohnhausbrand in London haben Dutzende aufgebrachte Menschen das Bezirksrathaus in Kensington gestürmt. Die Wut der Bürger entlud sich auch gegen Premierministerin May. Sie musste vor Demonstranten in Sicherheit gebracht werden.

Nach einem Besuch in der Nachbarschaft des ausgebrannten Hochhauses in London hat die Polizei Premierministerin Theresa May vor wütenden Demonstranten in Sicherheit bringen müssen. Berichten zufolge liefen zornige Menschen Mays Auto hinterher und beschimpften sie.

May hatte sich zuvor mit Opfern des Brandes und Anwohnern getroffen. Sie stellte ihnen Hilfen in Millionenhöhe in Aussicht. Mietern, "die nur mit den Kleidern, die sie am Leib trugen" entkamen, stelle ihre Regierung insgesamt fünf Millionen Pfund (5,7 Millionen Euro) zur Verfügung, teilte May mit. Zu dem Hilfspaket gehöre auch eine Garantie, in der Nähe ihres bisherigen Wohnorts eine neue Bleibe zu bekommen. "Wir werden weiterhin prüfen, was weiter noch mehr getan werden muss", sagte sie.

Wut in London nach dem Hochhausbrand
tagesthemen 23:15 Uhr, 16.06.2017, Julie Kurz, ARD London

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"Wir wollen Gerechtigkeit"

Zuvor hatten Demonstranten im Stadtteil Kensington das Bezirksrathaus gestürmt. "Wir wollen Gerechtigkeit", skandierten sie. Die Menschen bahnten sich ihren Weg durch die automatische Tür des Gebäudes und versuchten, auch in die oberen Stockwerke zu gelangen. Die Polizei hielt sie auf.

May steht wegen ihrer Reaktion auf den Großbrand mit mindestens 30 Toten unter Druck. Auch Mitglieder ihrer eigenen Konservativen Partei werfen ihr vor, sich unter anderem zu spät mit den Opfern getroffen zu haben. Diese wurden vom Oppositionsführer Jeremy Corbyn, Bürgermeister Sadiq Khan und der 91-jährigen Königin Elizabeth II. besucht.

Kritik von Bürgermeister Khan

Demonstranten in Kensington | Bildquelle: AFP
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Demonstration am Freitag in London nach dem Wohnhausbrand mit vielen Toten

Der Londoner Bürgermeister Sadiq Khan hatte zuvor in einem offenen Brief an May gefragt, wie sie den betroffenen Einwohnern zu helfen gedenke. Er verwies auf Wut, Bestürzung und Enttäuschung von Anwohnern, weil weder Regierung noch örtliche Behörden genug täten, um ihre Fragen zu Vermissten und ihre Bitten um Hilfe zu beantworten. Er denke, dass dieser Informationsmangel ihre Trauer noch verstärke.

Bei dem Brand des Sozialbaus Grenfell Tower waren in der Nacht zum Mittwoch mindestens 30 Menschen ums Leben gekommen. Es wird noch eine höhere Zahl an Todesopfern erwartet. Die Katastrophe hat zudem Fragen über ein mögliches Versagen der Behören aufgeworfen.

Als Antwort auf die Proteste veröffentlichte die Bezirksverwaltung von Kensington und Chelsea am Abend eine Stellungnahme. Darin sicherte sie den obdachlos gewordenen Bewohnern eine schnellstmögliche Umsiedlung innerhalb des Stadtteils zu. Finanzielle Hilfe für die Opfer sei bereits auf dem Weg. Die Behörde unterstütze zudem die Untersuchung der Brandursache und der erst vor kurzem vorgenommenen Renovierungsarbeiten an dem Sozialbau.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 16. Juni 2017 um 21:00 Uhr.

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