Die britische Premierministerin Theresa May | Bildquelle: AP

May zum Brexit "Kein Deal ist besser als ein schlechter"

Stand: 30.05.2017 02:22 Uhr

Brexit, Terrorabwehr, Sicherheitspolitik: Die konservative britische Regierungschefin May und ihr Herausforderer von der Labour-Party, Corbyn, lieferten sich vor der Wahl in Großbritannien ein indirektes TV-Duell - mit klaren Positionen.

Zehn Tage vor der Parlamentswahl haben sich die britische Premierministerin Theresa May und Oppositionsführer Jeremy Corbyn im Fernsehen Fragen der Wähler und des Moderators gestellt. Vor allem bei dem bevorstehenden EU-Austritt zeigten sich in der Sendung mit Jeremy Paxman von SkyNews/Channel 4 die Unterschiede zwischen den Konkurrenten von den regierenden Konservativen und der oppositionellen Labour-Partei.

Labour-Chef Jeremy Corbyn | Bildquelle: REUTERS
galerie

Oppositionsführer Corbyn von der Labour-Party will keinen Brexit ohne Einigung.

Corbyn will Einigung "auf jeden Fall"

Während May erneut dafür plädierte, notfalls auch ohne Einigung mit der EU die Union zu verlassen, kündigte Labour-Chef Corbyn an, als Premierminister auf jeden Fall eine Vereinbarung mit Brüssel treffen zu wollen. Bevor sie einem schlechten Deal zustimme, werde sie lieber gar kein Abkommen schließen, bekräftigte May ihre Haltung.

Wichtig sei, die Kontrolle über die Einwanderung zurückzugewinnen. Wie das Verhältnis zur Europäischen Union aussehen möge, falls es zu einem Brexit ohne vorherige Einigung über dessen genaue Bedingungen kommt, sagte sie nicht. Kritik aus dem Publikum bekam May für die von den Konservativen geplanten Einschnitte bei Sozialleistungen.

Labour holt auf

Labour-Chef Jeremy Corbyn setzte auf innenpolitische Themen wie Investitionen in Bildung, Erziehung, Gesundheitssystem und Polizei. Nach dem Anschlag in Manchester mit 22 Toten betonte Corbyn auch die Notwendigkeit eines außenpolitischen Wandels. "Wir brauchen eine Außenpolitik weltweit, die es nicht zulässt, dass es große Gebiete ohne effektive Regierung gibt - wie etwa gegenwärtig in Libyen - die zu einem Nährboden für riesige Gefahren für uns alle werden können." Kritik erhielt Corbyn vor allem für seine schwache Führung innerhalb der Partei.

Die oppositionelle Labour-Partei legte in den vergangenen Tagen in Umfragen deutlich zu. Mays Konservative liegen aber weiter in Führung - der aktuellsten Umfrage zufolge aber nur noch mit 37 zu 43 Prozent.

Ein direktes TV-Duell mit Corbyn hatte May abgelehnt.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 30. Mai 2017 um 04:40 Uhr.

Darstellung: