Der Grenzzaun zwischen den USA und Mexiko in Brownsville | Bildquelle: A. Horchler /ARD

Grenze zwischen USA und Mexiko Wahlkampf trifft Realität

Stand: 06.03.2017 20:17 Uhr

US-Präsident Trump will sein Wahlkampfversprechen wahr machen: Eine "hohe, schöne Mauer" an der Grenze nach Mexiko soll illegale Einwanderung stoppen. Was halten die Menschen, die entlang der Grenze wohnen, von den Plänen?

Von Andreas Horchler, ARD-Studio Washington

Der Flohmarkt von Brownsville, ganz im Süden von Texas: Von Rasenmähern über rostige Autoersatzteile bis hin zu Plüschtieren und mexikanischen Speisen wird hier alles billig angeboten, was die meist nicht sehr wohlhabenden Menschen der Gegend brauchen. Im Osten mündet der Rio Grande in den Golf von Mexiko. Dort endet die 3000 Kilometer lange Grenze zwischen Mexiko und den USA.

Flohmarkt in Brownsville | Bildquelle: A. Horchler /ARD
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Flohmarkt in Brownsville

"Der Zaun ist gescheitert"

José Camacho hat sein ganzes Leben in der Grenzstadt verbracht. Seine Eltern stammen aus Mexiko. Wie beurteilt er die Pläne des US-Präsidenten, eine hohe Grenzmauer zu errichten, mehr illegale Einwanderer auszuweisen und Tausende neue Grenzschützer einzustellen?

"Wir brauchen irgendeine Sicherheit", sagt Camacho, "und der Plan gibt den Menschen ein Sicherheitsgefühl. Im Moment haben wir einen Zaun am Rio Grande. Dieser Zaun soll dem amerikanischen Volk Sicherheit geben, wie es heißt. Aber der Zaun ist gescheitert. Es kommen weiterhin Leute illegal über die Grenze."

Würde eine Mauer das ändern? "Wie heißt es: Regeln sind zum Brechen da", antwortet Camacho auf den Einwand: "Mauern zum drüber klettern."

Trump kündigte eine immer höhere Mauer an

Donald Trump hatte sich in Mexiko keine Freunde gemacht, als er im Wahlkampf zur Begründung für den Grenzwall argumentierte, illegale Einwanderer brächten Drogen, Kriminalität und Vergewaltiger ins Land. Der Präsident will den südlichen Nachbarn für das Bauwerk zur Grenzsicherung zur Kasse bitten, aber der mexikanische Präsident Enrique Peña Nieto hat bereits klargemacht: "Mexiko glaubt nicht an Mauern. Ich habe es wieder und wieder gesagt: Mexiko wird nicht für die Mauer bezahlen." Doch Trump blieb stur, kündigte eine immer höhere Mauer an.

Gefährliche Flucht aus Mexiko
tagesthemen 22:30 Uhr, 06.03.2017, Xenia Böttcher, ARD Mexiko

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Widersprüchliche Signale der US-Regierung

Inzwischen sind die Signale der US-Regierung unübersichtlich geworden. Was die Mauer angeht, könne es zum Teil bei einem Zaun bleiben, dann soll es wieder eine Mauer werden.

Was Abschiebungen angeht, sollen illegale Einwanderer, die sich auch kleinster Straftaten schuldig machen, laut Papieren des Heimatschutzministeriums konsequent des Landes verwiesen werden. Während der Präsident sagte, die USA würden die Gang-Mitglieder und die Drogenbosse loswerden und die wirklich bösen Kerle in hoher Geschwindigkeit aus dem Land schmeißen, bemühte sich Heimatschutzminister John Kelly bei einem Besuch in Mexiko Ende Februar um einen versöhnlicheren Ton.

"Es wird keine, ich wiederhole, keine Massenabschiebungen geben", sagte er. "Alle Abschiebungen werden im Einklang mit unserem Rechtssystem durchgeführt werden."

Stacheldraht an der Grenze in Brownsville
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Stacheldraht an der Grenze in Brownsville

Abschiebungen bei der kleinsten Ordnungswidrigkeit?

Menschen an der Grenze sind aufgrund der unterschiedlichen Signale aus Washington verunsichert. Wird es ein Bleiberecht für die sogenannten "Dreamer" geben, also für Menschen, die als Kinder mit ihren Eltern illegal ins Land gekommen sind? Oder wird es zur Trennung von Familien kommen, zu Abschiebungen bei der kleinsten Ordnungswidrigkeit?

Bürgerrechtler Michael Seifert vom "Equal Voice Network" hat es dieser Tage meist mit erster Hilfe für Familien zu tun. Das können in Brownsville US-Bürger sein, Menschen mit Arbeitserlaubnis oder Illegale.

Seit Trumps Amtseinführung haben sie Angst. Das Mauerprojekt? Für Seifert ein Witz, so wie der bestehende Zaun. "Man braucht acht Sekunden, um über einen Zaun zu klettern, der 6,5 Millionen Dollar pro Meile gekostet hat", sagt er. "Ich habe neun Sekunden benötigt, weil ich alt bin."

Trumps Mauer, schätzt Seifert, wäre vielleicht in zwölf oder 13 Sekunden zu überwinden. Die Kosten belaufen sich unterschiedlichen Schätzungen zufolge auf zwölf bis hin zu knapp 22 Milliarden Dollar.

„Build that wall“ - Wahlkampf trifft Realität
A. Horchler, ARD Washington
06.03.2017 20:17 Uhr

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USA - Mexiko: Reise entlang beider Seiten der Grenzlinie (Februar 2017)

Grenze USA Mexiko: Zaun bei Dunes

3144 Kilometer lang ist die Grenze zwischen Mexiko und den USA. Weite Teile sind bereits mit einem Grenzzaun, hier bei Nogales/Arizona, gesichert. "Borderproject2017" ist eine Initiative der Nachrichtenagentur AFP. Die Fotografen Jim Watson, Guillermo Arias und Yuri Cortez reisten auf beiden Seiten des Zauns vom Pazifik bis nach Texas. (Foto: Jim Watson) | Bildquelle: AFP

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 06. März 2017 um 13:49 Uhr.

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