Angriff auf indisches Konsulat in Afghanistan Kämpfe in Masar-i-Scharif beendet

Stand: 04.01.2016 23:13 Uhr

Im afghanischen Masar-i-Scharif haben Aufständische versucht, das indische Konsulat zu stürmen. Die Angreifer verschanzten sich in einem nahegelegenen Gebäude und lieferten sich heftige Gefechte mit den Sicherheitskräften. Erst Stunden später konnten die Angreifer überwältigt werden.

Afghanische Soldaten haben in Masar-i-Scharif mehrere Angreifer getötet, die das indische Konsulat attackiert und sich in einem nahe gelegenen Gebäude verschanzt hatten. Die Armee habe eine 24-stündige Belagerung beendet, sagte der Vize-Polizeichef der Provinz Balch im Norden des Landes. Drei bewaffnete Männer hätten sich in einem großen Haus versteckt, nachdem sie am Sonntagabend erfolglos versucht hätten, das Konsulat zu stürmen. Die Soldaten lieferten sich heftige Gefechte mit den Angreifern. Acht Soldaten wurden dabei verletzt.

Unklar ist noch, wer hinter den Angriffen steckt. Ermittlungen liefen, um herauszufinden, wer hinter dem Angriff stecke, sagte der Vize-Polizeichef. Der Provinzgouverneur Atta Mohammed Nur machte "Feinde von Frieden und Stabilität" für den Angriff verantwortlich.

In Masar-i-Scharif, der Hauptstadt der vergleichsweise ruhigen afghanischen Provinz Balch, sind Soldaten der Bundeswehr stationiert. Sie bilden afghanische Sicherheitskräfte aus.

Immer wieder Angriffe

Indische Einrichtungen am Hindukusch waren in der Vergangenheit immer wieder Ziel von Angriffen. Im August 2013 wurden bei einem Selbstmordanschlag auf das indische Konsulat in der östlichen Stadt Dschalalabad neun Zivilisten getötet, darunter sieben Kinder. 2008 wurden bei einem Autobombenanschlag auf die indische Botschaft in Kabul 60 Menschen getötet, und 2009 wurde erneut ein Selbstmordanschlag auf die Botschaft verübt.

Zuletzt waren in Indien selbst bei einem islamistischen Angriff auf einen Luftwaffenstützpunkt im indischen Punjab mindestens elf Menschen getötet worden. Bei stundenlangen Kämpfen wurden sieben Soldaten und mindestens vier Angreifer getötet. Zu dem Angriff bekannte sich die pakistanische Islamistengruppe Jaish-e-Mohammed, die für die Abspaltung der mehrheitlich muslimischen Bergregion Kaschmir von Indien kämpft. Der Angriff könnte die Wiederaufnahme der Friedensgespräche zwischen Indien und Pakistan gefährden.

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