40. Jahrestag der Mondlandung

40. Jahrestag der Mondlandung "Zum Mars und nicht zurück zum Mond"

Stand: 21.07.2009 02:41 Uhr

Zum 40. Jahrestag der ersten Mondlandung haben frühere US-Astronauten größeren Ehrgeiz bei der weiteren Erschließung des Weltalls durch den Menschen empfohlen. Eine Mars-Mission sei der beste Weg, das Erbe der Astronauten von "Apollo 11" zu ehren, sagte der zweite Mann auf dem Mond, Edwin "Buzz" Aldrin, bei einer Gedenkveranstaltung in Washington.

Astronauten bei der Feier zur Mondlandung
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Den Mars im Blick: Ex-Astronauten bei einem Treffen anlässlich des 40. Jahrestages der Mondlandung in Washington.

"Amerika, hast Du immer noch große Träume, glaubt Du noch an Dich selbst?", fragte Aldrin. "Die Maxime heißt: Zum Mars und nicht zurück zum Mond", meinte der 79-jährige. "Wir müssen (zum Mars) fliegen. Wir müssen die Entdeckungen weiter vorantreiben. Wir müssen unsere Optionen prüfen", ergänzte Ex-Astronaut Thomas Stafford.

"Eine Mission, die Menschen beflügeln kann"

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Frühere US-Astronauten plädieren für eine Mission zum Mars.

"Eine Marsmission ist eine Mission, die die Menschen wieder beflügeln kann", fügte James Lovell hinzu. Dabei gehe es besonders um die Jugend, die wieder für "Träume im All" gewonnen werden müsse. Früher, während des Kalten Krieges, habe der "Wettlauf im All" mit der Sowjetunion diese stimulierende Wirkung gehabt.

Insgesamt stellten sich sechs Ex-Astronauten, die an Mondmissionen beteiligt waren, in einer Pressekonferenz den Fragen der Journalisten. Mehrfach kritisierten sie Versäumnisse und "verpasste Chancen" der vergangenen Jahrzehnte in der Raumfahrt. "Wir hätten sehr viel mehr tun können", meinte Aldrin. Die NASA habe es damals nicht wirklich geschafft, die Menschen langfristig für die Raumfahrt zu begeistern. Schuld daran seien aber auch der Vietnamkrieg und die Proteste dagegen gewesen, betonte Aldrin.

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40 Jahre Mondlandung

Vor 40 Jahren landeten die ersten Astronauten auf dem Mond.

Start der "Apollo 11"

Am 16. Juli 1969 beginnt die Reise. Die 110 Meter hohe Saturn-V-Rakete schießt die Astronauten von "Apollo 11" in vier Tagen zum Mond.

"Amerikanische Helden"

US-Präsident Barack Obama empfing die Astronauten anschließend im Weißen Haus. Mit ihrer Arbeit hätten sie "Innovation, Schwung, Unternehmertum und Kreativität auf der Erde entfacht", würdigte er die Männer und lobte sie als "amerikanische Helden". Sie hätten Maßstäbe gesetzt, was besondere Leistung bei Erforschung und Entdeckung angehe. Zu einer weiteren Mission der Raumfahrtbehörde NASA äußerte sich Obama nicht.

Bis 2020 wieder Menschen auf den Mond

Die Regierung des früheren US-Präsidenten George W. Bush hatte vor fünf Jahren das Ziel ausgegeben, bis zum Jahr 2020 wieder Menschen auf den Mond zu schicken. Von dort aus solle eine Reise auf den Mars vorbereitet werden.

Die Umsetzung des Programms ist aber fraglich, eine Kommission prüft derzeit die Finanzierbarkeit und will bis Ende August erste Empfehlungen vorlegen. Zwischen 1969 und 1972 schickten die USA auf sechs Flügen insgesamt zwölf Menschen auf den Mond.

Ganz irdische Probleme auf der ISS

Auch die Astronauten an Bord der ISS erinnerten an die erste Mondlandung vor 40 Jahren: Zum Jubiläum gab es einen weiteren Außenbordeinsatz, den zweiten binnen drei Tagen. Daneben wurde auch die kaputte Toilette repariert. Das Weltraum-WC tue seinen Dienst wieder, teilte die US-Weltraumbehörde NASA mit. Die in Russland hergestellte, mehrere Millionen Dollar teure Toilette war im vergangenen November zur ISS gebracht worden. Derzeit sind mit 13 Menschen so viele im All wie nie zuvor.

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