Polizisten untersuchen den Tatort | Bildquelle: AFP

Marseille Fahrzeug rast in mehrere Bushaltestellen

Stand: 21.08.2017 13:14 Uhr

In Marseille ist ein Fahrzeug in zwei Bushaltestellen gerast. Laut Polizei wurde dabei ein Mensch getötet. Ein weiterer sei verletzt worden. Der Fahrer wurde verhaftet. Es gibt Hinweise darauf, dass er psychische Probleme hatte.

Ein Fahrzeug ist in Marseille in mehrere Bushaltestelle gefahren und hat einen Menschen getötet. Das bestätigte eine Sprecherin der nationalen französischen Polizei. Am Vormittag seien im Abstand von etwa einer Stunde zwei verschiedene Busunterstände angefahren worden. Bei den Vorfällen sei eine weitere Person verletzt worden. Das gesuchte Fahrzeug sei später gefunden und ein 35-Jähriger festgenommen worden.

Der Staatsanwalt von Marseille, Xavier Tarabeux, sagte, dass kein Verdacht auf einen Terroranschlag bestehe. Es gebe "kein Element", um von einer terroristischen Tat zu sprechen. Die Ermittler hätten hingegen bei dem Mann ein Schreiben in Verbindung mit einer psychiatrischen Klinik gefunden - die Ermittlungen orientierten sich eher in diese Richtung, so Tarabeux. Zuvor verlautete aus Justizkreisen, dass die französische Antiterrorabteilung derzeit keine Ermittlungen aufnehmen werde.

Die Vorfälle ereigneten sich nach Polizeiangaben in verschiedenen Stadtteilen. Laut Polizei fuhr der Fahrer zuerst im Norden Marseilles in eine Bushaltestelle. Dies habe sich dann eine Stunde später und einige Kilometer entfernt im Süden der Stadt wiederholt. Die Polizei hatte zuvor über Twitter dazu aufgerufen, das Gebiet am Alten Hafen der südfranzösischen Mittelmeerstadt zu meiden, wo die Festnahme des Verdächtigen erfolgte.

Verdächtiger war der Polizei bekannt

Nach unbestätigten Informationen des Nachrichtensenders BFMTV und der Zeitung "La Provence" soll es sich bei dem Todesopfer um eine Frau im Alter von 42 Jahren handeln. BFMTV berichtete, bei dem Fahrzeug habe es sich um einen Minibus gehandelt. Laut Polizeigewerkschaft hat der Fahrer einen Kleinbus der Marke Renault Master gesteuert.

Der Verdächtige sei zwar der Polizei bekannt gewesen, nicht aber den Geheimdiensten, die in Frankreich mutmaßliche islamistische Gefährder erfassen. Laut Polizeikreisen sei er wegen kleiner Delikte und offenkundiger psychologischer Probleme aufgefallen. BFMTV berichtete, ein Zeuge habe das Nummernschild des Fahrzeuges registriert, deshalb sei die Polizei auf seine Spur gekommen.

Frankreich war in den vergangenen Jahren Ziel mehrerer islamistischer Anschläge. Erst Anfang des Monats war ein Mann bei Paris in eine Gruppe Soldaten gefahren, Ermittler gehen einem Terrorverdacht nach. Vergangene Woche war östlich von Paris ein Mann mit einem Fahrzeug in eine Pizzeria gerast und hatte ein Mädchen getötet - in diesem Fall schloss die Staatsanwaltschaft ein terroristisches Motiv allerdings aus.

Polizisten untersuchen den Tatort | Bildquelle: AFP
galerie

Polizisten untersuchen den Tatort. Im Abstand von etwa einer Stunde war der Fahrer in zwei verschiedene Busunterstände gefahren.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 21. August 2017 um 11:45 und 12:15 Uhr in den Nachrichten.

Darstellung: