Am 24. Tag erreicht der Marsch der Gerechtigkeit Istanbul. | Bildquelle: REUTERS

Protestzug der Opposition "Marsch für Gerechtigkeit" erreicht Istanbul

Stand: 07.07.2017 23:22 Uhr

Vor drei Wochen startete der türkische Oppositionsführer Kilicdaroglu in Ankara einen Protestzug gegen die Inhaftierung des CHP-Abgeordneten Berberogl. Zehntausende Menschen folgten ihm. Nun erreichte er Istanbul, wo der "Marsch für Gerechtigkeit" am Sonntag endet.

Der "Marsch für Gerechtigkeit" des türkischen Oppositionsführers Kemal Kilicdaroglu hat nach drei Wochen Istanbul erreicht. Begleitet wurde der Vorsitzende der Republikanischen Volkspartei (CHP) am 23. Tag des Marschs von einer riesigen Menschenmenge, die sich über viele Kilometer am Ufer des Marmara-Meers erstreckte. Der Protestzug endete mit einer Großkundgebung im Istanbuler Stadtteil Maltepe.

"Heute haben wir Istanbul betreten und ich bin sehr glücklich", sagte Kilicdaroglu. Sie hätten diesen langen Weg zurückgelegt, ohne dass ein Mensch verletzt wurde. Der Marsch werde nun enden, doch nicht die Suche nach Gerechtigkeit.

420 Kilometer langer Marsch

Der CHP-Chef hatte den 420 Kilometer langen Marsch am 15. Juni in Ankara aus Protest gegen die Inhaftierung des CHP-Abgeordneten Enis Berberoglu begonnen. Berberoglu war wegen eines Artikels über geheime Waffenlieferungen an islamistische Rebellen in Syrien zu 25 Jahren Haft verurteilt worden. Kilicdaroglu will ihn am Sonntag in seinem Istanbuler Gefängnis in Maltepe besuchen.

Oppositionsführer und CHP-Politiker Kemal Kilicdaroglu beim "Marsch für Gerechtigkeit" in Istanbul. | Bildquelle: AFP
galerie

Oppositionsführer und CHP-Politiker Kemal Kilicdaroglu beim "Marsch für Gerechtigkeit" in Istanbul.

In einer Erklärung warf Kilicdaroglu der Regierung vor, das Recht zu verletzen und der Justiz jede Unabhängigkeit genommen zu haben, während Willkür das Land regiere. Präsident Recep Tayyip Erdogan beschuldigte Kilicdaroglu wiederholt, mit dem Marsch "Terroristen" zu unterstützen, schritt jedoch nicht ein.

45.000 Menschen folgten Kilicdaroglu

Seit seinem Start schlossen sich immer mehr Menschen an. Rund 45.000 Menschen folgten Kilicdaroglu laut der CHP in Istanbul. Als der Marsch ein Industriegebiet durchquerte, applaudierten viele Arbeiter von den Fenstern und Werkstoren den Demonstranten.

"Dieser Marsch hat drei Ziele", sagte Issa Agacik, der an dem Marsch teilnahm und der seit Tagen immer größere Aufmerksamkeit in der Presse findet. "Erstens festigt Kilicdaroglu damit seinen Status als Oppositionsführer. Zweitens kehrt die CHP zum Volk zurück, wie es seine historische Mission war. Und schließlich einigt er das türkische Volk und stärkt seinen Sinn für Gerechtigkeit."

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 07. Juli 2017 um 17:10 Uhr.

Darstellung: