Animation zur geplanten Mars-Mission  | Bildquelle: AFP

Neues Raumschiff für Mars-Reise Gigantisches Himmelfahrtskommando

Stand: 28.09.2016 09:55 Uhr

Der SpaceX-Gründer Musk plant gerade ein neues Raumschiff, mit dem er langfristig Menschen zum Mars schicken will. Die Ausmaße der Rakete sind gigantisch. Doch bei der Frage, ob er selbst mitfliegen würde, ebbt die Begeisterung für das Projekt plötzlich ab.

Von Nicole Markwald, ARD-Studio Los Angeles

"Groß" werde die neue Rakete sein, die er zum Mars schicken will, kommentierte SpaceX-Gründer Elon Musk trocken. In Wahrheit sind die Dimensionen des Raumschiffs gewaltig: Es soll höher sein, als ein Fußballfeld lang ist - insgesamt 122 Meter. Sein Durchmesser ist mit 17 Metern so breit, dass man auf der Fläche mit Pferden Longierzirkel üben könnte. Der Koloss soll in der Lage sein, bis zu 400 Tonnen Fracht zu transportieren. Und natürlich Menschen, gut 100 Passagiere haben pro Trip zum Mars in dem All-Gefährt Platz.

Elon Musk | Bildquelle: REUTERS
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Rund 100 Menschen können auf einmal zum Mars fliegen, erklärte Musk.

Elon Musk stellte seine Pläne zur Besiedlung des roten Planten bei der Fachmesse International Astronautical Congress im mexikanischen Guadalajara vor. Ein knapp fünfminütiges Video wurde gezeigt, es wirkte wie ein Trailer für ein Weltraum-Spektakel made in Hollywood.

Gefüllter Tank soll Rakete einholen

Die Ingenieure von SpaceX stellen sich die Reise von der Erde zum Mars so vor: Nachdem sich der Antrieb von der Rakete abkoppelt hat, landet er innerhalb von 20 Minuten wieder auf der Erde. Hier lädt er einen Tank mit Treibmittel, startet erneut, um die Rakete einzuholen und während des Fluges zu betanken. Die Wiederverwendbarkeit von Antrieb und Raumschiff würde die Kosten drücken, so Musk. Überhaupt sei Finanzierung dieses Plans eine echte Herausforderung.

Musk hofft, dass die Unterstützung für den Wohnsitz im All mit den ersten erfolgreichen Flügen zum Mars steigt und dann Geld nicht nur aus der Wirtschaft, sondern auch von Regierungen fließt. Aktuell würde der Preis pro Passagier bei mindestens 140.000 Dollar liegen. Der Unternehmer schätzt, es werde 40 bis 100 Jahre dauern, um auf dem Mars eine unabhängige Kolonie zu etablieren - so, dass Menschen auf dem eher unwirtlichen kalten Planeten Energie gewinnen, sich ernähren und leben können.

"Die erste Reise wird gefährlich"

Was treibt Musk bei der Erkundung und Eroberung des Weltraums an? "Ich glaube, was viele Menschen nicht verstehen, ist: Technologie entwickelt sich nicht automatisch weiter. Sondern nur, wenn man wirklich große Talente an die Herausforderungen setzt", sagte er. Für die erste Reise zum Mars will er das Raumschiff “Heart of Gold” nennen, in Anlehnung an den Science-Fiction-Klassiker "Per Anhalter durch die Galaxis".

Er selbst ist sich noch nicht sicher, ob er beim ersten Flug mit an Bord sein wird. Vielleicht, sagte Musk. Dann fügte hinzu: Er mache es nur, wenn seine Nachfolge ordentlich geregelt sei. "Ich glaube, die erste Reise zum Mars wird gefährlich. Das Risiko, dass es schiefgeht, ist hoch. Im Prinzip muss sich jeder fragen, ob er bereit ist zu sterben. Wenn das für dich OK ist, bist du ein Kandidat für uns."

Erstmal will SpaceX ein unbemanntes Raumschiff zum Mars schicken. Ab 2025 sollen dann die ersten Menschen die Reise antreten.

In 80 Tagen zum Mars - Elon Musk präsentiert Pläne zur Mars-Besiedlung
N. Markwald, ARD Los Angeles
28.09.2016 09:26 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Inforadio am 28. September 2016 um 07:11 Uhr

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