Blumentaschenlampe in Marrakesch | Bildquelle: AP

Auftakt zum Klimagipfel in Marrakesch Blumen statt Streit

Stand: 07.11.2016 18:36 Uhr

Ein dunkler Saal mit leuchtenden Blumen - so sah der Auftakt zum Klimagipfel von Marrakesch aus. Ein Zeichen der Harmonie? Denn Streit und globale Durchbrüche erwarten die Teilnehmer nicht - eher nüchternes Rechnen.

Von Stefan Ehlert, ARD-Studio Nordwestafrika

"Sie haben alle diese kleinen Taschenlampen in der Form einer Blume. Die schalten wir jetzt alle mal an, um das Recht Afrikas auf Licht zu demonstrieren." Mit dieser Bitte fing die diesjährige Klimakonferenz an. Frankreichs Umweltministerin Ségolène Royale schob eine riesige Weltkugel über die Bühne - dann gab es ein kleines Lichtermeer im Saal.

Die Zeremonie sollte deutlich machen, dass auch die Menschen in Afrika das Recht auf Licht und Strom haben. Die diesjährige Konferenz der Vertragsstaaten - kurz "conference of the parties" - müsse ein afrikanischer Gipfel werden, forderte Royale: "Hier geht es vor allem um Klimagerechtigkeit. Die reichen Menschen leben, als ob es drei Planeten gäbe", sagte sie. Für die Armen bliebe nichts übrig.

Konferenzpräsident Salaheddine Mezouar mit der französischen Umweltministerin Segolene Royal | Bildquelle: dpa
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Konferenzpräsident Salaheddine Mezouar mit der französischen Umweltministerin Ségolène Royal.

Ein afrikanischer Gipfel?

Wie soll in Afrika Entwicklung vorangetrieben werden, wie kann die dafür notwendige Energie erzeugt werden, ohne die Klimasünden der Industriestaaten zu wiederholen? Das ist eine Schlüsselfrage für die Klimadiplomaten. Konferenzpräsident ist der marokkanische Außenminister Salaheddine Mezzouar. Auch er begründete, warum er es für notwendig hält, Afrika in den Mittelpunkt zu rücken: "Wir leben in einer Zeit, in der sich ganze Staaten Sorgen um ihr Überleben machen müssen." Vor allem die Agrarstaaten sind betroffen, denn die Modelle der Klimaforscher prophezeien ihnen schlechte Zeiten, sollte die Erderwärmung nicht auf zwei Grad oder besser noch 1,5 Grad Celsius abgebremst werden können.

Die meisten dieser Länder liegen in Afrika, auch Marokko gehört dazu. Auch deshalb hat sich das Land einen sehr ehrgeizigen Klimaschutzplan vorgelegt. Doch andere Staaten hinken hinterher. Die Chefin des UN-Klimasekretariats, Patricia Espinoza, ließ jedoch keinen Zweifel daran, dass die Welt reif sei für die globale Energiewende: "Kein Politiker und kein Bürger, kein Geschäftsmann oder Investor kann darüber im Zweifel sein, dass die Transformation zu einer emissionsarmen und klimaresistenten Gesellschaft und Wirtschaft der Wille der gesamten Staatengemeinschaft ist."

UN-Klimakonferenz in Marokko eröffnet
tagesschau 20:00 Uhr, 07.11.2016, Stefan Schaaf, ARD Madrid, zzt. Marrakesch

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Eher nüchterner Auftakt

Wie immer gab es also zum Auftakt Appelle und Beschwörungen, doch im Vergleich zu früheren Jahren begann der Gipfel in recht nüchterner Atmosphäre, befand Simplice Leopold von der Umweltbehörde Benins. "Ich bin das mehr oder weniger gewöhnt, auch wenn ich nicht jedes Mal komme."

Den Fokus Afrika begrüßen die Delegierten aus dem Süden. Er sei überfällig, befand etwa der Bürgermeister von Cocody in der Elfenbeinküste, Mathias Aka N'Gouan. "Das muss ein afrikanischer Klimagipfel werden, wir müssen daraus mit den Mitteln hervorgehen, die uns erlauben, effektiv zu kämpfen, dafür haben wir viele Ideen", sagte er.

Das Ziel: Fahrplan bis 2018

Viele Ideen für den Klimaschutz, aber nach ganz großen Schritten sieht es in Marrakesch derzeit nicht aus. Nüchternes Rechnen statt erbitterter Kontroversen stehen hier auf dem Programm: Ein Fahrplan für den globalen Klimaschutz soll entstehen. Bis 2018 muss er fertig sein. Dann wird Bilanz gezogen.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 07. November 2016 um 16:00 Uhr.

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