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[Bildunterschrift: Der Islamist Benkirane (links) ist neuer Ministerpräsident von Marokko. ]
Marokko hat einen neuen Ministerpräsidenten: König Mohammed VI. ernannte den gemäßigten Islamisten Abdeliah Benkirane zum Regierungschef, nachdem dessen Partei für "Gerechtigkeit und Entwicklung" (PJD) die vorgezogenen Parlamentswahlen gewonnen hatte. Es ist das erste Mal, dass in Marokko ein Islamist die Regierungsgeschäfte übernimmt.
Benkirane hatte nach seinem Wahlerfolg angekündigt, eine Koalitionsregierung mit der konservativ-nationalistischen Unabhängigkeitspartei des bisherigen Ministerpräsidenten Abbas al Fassi und den Sozialisten gründen zu wollen. In der Vergangenheit hatte sich die PJD für ein Alkoholverbot im Land stark gemacht und gefordert, dass Frauen sich nur auf traditionelle islamische Weise kleiden. Im Wahlkampf setzte die Partei aber stärker auf den Kampf gegen die Korruption sowie soziale Themen.
Außenpolitisch will Benkirane am bisherigen Kurs Rabats festhalten. Alle Vereinbarungen Marokkos mit der EU und den USA sollen Bestand haben. Im Konflikt um die Westsahara bleibt der 57-Jährige ebenfalls bei der Haltung seines Vorgängers: Die ehemalige spanische Kolonie war nach dem Abzug der Spanier zum größten Teil von Marokko annektiert worden. Rabat betrachtet das Wüstengebiet seither als Teil seines Territoriums. Die von Algerien unterstützte Rebellenbewegung Polisario allerdings verlangt die Schaffung eines unabhängigen Staates in der Westsahara.
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