König Mohammed VI. neben seinem Bruder Moulay Rachid (r), Prinz von Marokko, und seinem Sohn Moulay Hassan (l), Kronprinz von Marokk | Bildquelle: dpa

Proteste in Marokko König lässt mehr als tausend Gefangene frei

Stand: 30.07.2017 12:16 Uhr

Im Norden von Marokko kommt es seit Monaten zu sozialen Unruhen und zahlreichen Festnahmen. Marokkos König König Mohammed VI. hat nun mehr als tausend Gefangene begnadigt, darunter viele Aktivisten.

Der marokkanische König Mohammed VI. hat mehr als eintausend Gefangene begnadigt, darunter Teilnehmer an Protesten in der Provinz Al-Hoceima im Norden des Landes. Insgesamt kämen 1178 Häftlinge frei, teilte das Justizministerium mit.

Wie die unabhängige Tageszeitung "Assabah" berichtete, ist der prominente Anführer der Protestbewegung, Nasser Zefzafi, von der Begnadigung ausgenommen. Er befindet sich seit Mai im Gefängnis.

Anwalt: Alle müssen freikommen

Ein Anwalt der bei den Protesten festgenommenen Demonstranten, Abdessadek al-Bouchtaoui, nannte die Begnadigung der vielen Häftlinge einen "positiven Schritt". Dies reiche aber bei weitem nicht aus. Es müssten alle Menschen, die bei den Protesten gefasst wurden, freigelassen werden, forderte der Anwalt.

Demonstranten in Al-Hoceima | Bildquelle: AFP
galerie

Proteste Ende Mai in Al Hoceima

In der Provinz Al-Hoceima kommt es seit Oktober vergangenen Jahres immer wieder zu großen Demonstrationen. Die Proteste richten sich gegen Arbeitslosigkeit, Polizeiwillkür, die schlechte Gesundheitsversorgung und Korruption.

Größte Proteste seit Arabischem Frühling

Die Proteste eskalierten, als ein Fischhändler in einer Müllpresse getötet wurde. Als sein illegaler Fang konfisziert und vernichtet wurde, sprang der Mann in den Müllwagen. Es sind die größten Proteste in Marokko seit Beginn des Arabischen Frühlings.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 30. Juli 2017 um 16:00 Uhr.

Darstellung: