WikiLeaks-Informant Bradley Manning im Gerichtssaal.

Wikileaks-Informant Manning will eine Frau sein Warum Bradley zu Chelsea wird

Stand: 22.08.2013 21:20 Uhr

Warum will der verurteilte WikiLeaks-Informant Manning als Frau leben? Der Anwalt bestreitet den Verdacht, dass sein Mandant bessere Haftbedingungen erreichen will. Indes könnte Mannings Wunsch nach einer Hormontherapie unerfüllt bleiben.

Von Silke Hasselmann, MDR-Hörfunkstudio Washington

Bradley Manning möchte, dass man ab sofort den weiblichen Vornamen Chelsea benutzt, wenn man über ihn spricht. Außerdem werde der 25-Jährige eine Hormontherapie beantragen mit dem Ziel, auch körperlich eine Frau zu werden - so, wie sich Manning schon seit Längerem fühle. Das erklärte sein Anwalt David Coombs gegenüber NBC News.

Gefragt danach, ob der gestern zu 35 Jahren Militärhaft verurteilte WikiLeaks-Informant erreichen will, in ein Frauengefängnis zu kommen, erklärte der Anwalt: "Nein, das Ziel besteht darin, sich wohl in ihrer Haut zu fühlen und die Person zu sein, die sie nie sein durfte."

Keine Sorge um Mannings Sicherheit

Bradley Manning wird nach dem Richterspruch angeführt.
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Manning wird in ein Militärgefängnis in Kansas gebracht

Um die Sicherheit seines Mandanten in dem Militärgefängnis von Ft. Leavenworth (US-Bundesstaat Kansas), in dem fast ausschließlich männliche Gefangene leben, fürchte er nicht. "Der Grund: Jeder, der in einem Militärgefängnis sitzt, ist ein Ersttäter. Das sind alles Soldaten, die etwas falsch gemacht haben, dafür ins Gefängnis gehen und wirklich nur versuchen, ihre Zeit abzusitzen und rauszukommen."

Damit will er sagen: Im Gegensatz zu Zivilgefängnissen sitzen dort keine notorischen Gewaltverbrecher und niemand, der seine Entlassung durch Angriffe auf andere Insassen gefährden will.

Manning hatte Vorgesetzten Fotos als Frau gemailt

Mannings Probleme mit seiner Geschlechteridentität spielten auch in dem Prozess gegen den Wikileaks-Informanten eine Rolle. Manning hatte sich frühzeitig an einen Vorgesetzten gewandt und in einer E-Mail darüber geschrieben - angehängt ein Foto, das ihn in Frauenkleidern zeigt. Der Vorgesetzte hatte Manning schützen wollen und diese Informationen nicht thematisiert, als es um die Frage ging, ob der Nachrichtenanalyst des Heeres als Geheimnisträger zugelassen werden soll. Erst diese Zulassung ermöglichte es Manning, 2009 und 2010 auf Hunderttausende geheime Dokumente des US-Verteidigungs- und Außenministeriums zuzugreifen.

Das US-Heer hat inzwischen erklärt, es behandele sämtliche Mitglieder wie auch seine Gefängnisinsassen gleich - unabhängig von ethnischer Herkunft, Geschlecht und Herkunft. Eine Hormontherapie oder sonstige Prozeduren für eine Geschlechtsumwandlung seien nicht vorgesehen.

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