Prozess gegen WikiLeaks-Informanten 60 Jahre Haft für Manning gefordert

Stand: 20.08.2013 09:18 Uhr

Manning (Bildquelle: dpa)
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Muss sich auf viele Jahre hinter Gittern einstellen: Bradley Manning

Im Prozess gegen den WikiLeaks-Informanten Bradley Manning fordert die Anklage eine Haftstrafe von mindestens 60 Jahren. "Er hat die USA verraten", sagte Staatsanwalt Joe Morrow im Militärgericht in Fort Meade. Dafür verdiene er es, "den Großteil seines restlichen Lebens im Gefängnis zu verbringen".

Die Verteidigung warb für ein ausgewogenes Verhältnis von Strafe und Rehabilitierung. Eine Haftstrafe dürfe 25 Jahre nicht überschreiten, empfahl Anwalt David Coombs der Richterin. Zur Begründung brachte er vor, dass Mannings psychischer Zustand vom Militär falsch eingeschätzt worden sei und Manning bereits Entgegenkommen gezeigt habe, als er im Februar seine Bereitschaft für eine 20-jährige Gefängnisstrafe signalisiert habe.

Ende Juli hatte das Gericht den 25-jährigen US-Obergefreiten in 20 Anklagepunkten für schuldig befunden, darunter Spionage und Diebstahl. Er hatte der Enthüllungsplattform WikiLeaks mehr als 700.000 Geheimdokumente der US-Streitkräfte und des diplomatischen Dienstes zugespielt.

Vom Hauptvorwurf der Unterstützung des Feindes wurde Manning aber freigesprochen. Allein dafür hätte ihm eine lebenslange Haft gedroht. Das Strafmaß könnte nach Angaben eines Militärsprechers noch in dieser Woche bekannt gegeben werden.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 20. August 2013 um 9:00 Uhr.

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