US-Whistleblowerin Chelsea Manning | Bildquelle: AFP

Entscheidung in Harvard Uni nimmt Ehrung für Manning zurück

Stand: 15.09.2017 20:45 Uhr

Ist die Harvard University vor der CIA eingeknickt? Diese Frage wirft der Fall um eine geplante geplante Ehrung der US-Whistleblowerin Chelsea Manning auf. Eigentlich sollte die kürzlich freigelassene Ex-Soldatin von der Uni geehrt werden. Doch dann intervenierte der CIA-Direktor.

Die amerikanische Whistleblowerin Chelsea Manning wird nun doch nicht von der Harvard University geehrt. Die Hochschule zog die geplante Ehrung als "Visiting Fellow" zurück, nachdem CIA-Direktor Mike Pompeo einen Auftritt vor Studenten wegen des Falls abgesagt hatte.

Ausgeladen - "unter dem Druck der CIA"

Es sei ein Fehler gewesen, Manning zu einem "Visiting Fellow" zu ernennen, obwohl der Titel keine besondere Ehre mit sich bringe, teilte der Dekan der Harvard Kennedy School, Douglas Elmendorf, auf der Webseite der Universität mit. Der Dekan bat um Verzeihung dafür, dass er nicht alle Folgen der Einladung an Manning bedacht habe.

Laut Elmendorf sei Manning jedoch weiterhin eingeladen, einen Tag an der John F. Kennedy School of Government zu verbringen und mit Studenten zu sprechen. Das bedeute aber keineswegs, dass die Universität ihren Worten oder Taten beipflichte. Manning schrieb auf Twitter, "an den Rand gedrängte Stimmen" würden "unter dem Druck der CIA" abgeschreckt. Ihr Verleger erklärte zunächst nicht, ob sie die Einladung annimmt.

Mike Pompeo | Bildquelle: AP
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CIA-Direktor Mike Pompeo hält Manning für eine Verräterin.

"Manning ist eine Verräterin"

CIA-Chef Pompeo - selbst Harvard-Absolvent - hatte am Donnerstag einen geplanten Auftritt in der Hochschule kurzfristig wegen der Titelvergabe an Manning abgesagt und erklärt, er wolle das Vertrauen seiner Mitarbeiter nicht enttäuschen. Manning sei eine Verräterin. Manning hatte der Internetplattform Wikileaks geheime Dokumente über die US-Kriegsführung im Irak zugespielt. Dafür wurde sie zu 35 Jahren Haft verurteilt. US-Präsident Barack Obama verkürzte Mannings Strafe kurz vor Ende seiner Amtszeit im Januar deutlich. Sie kam im Mai aus einem Militärgefängnis frei.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 15. September 2017 in den Nachrichten.

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