Menschen demonstrieren im US-amerikanischen San Francisco für die inhaftierte Chelsea Manning. | Bildquelle: REUTERS

US-Whistleblowerin Chelsea Manning wieder frei

Stand: 17.05.2017 15:57 Uhr

Nach sieben Jahren ist US-Whistleblowerin Chelsea Manning aus der Haft entlassen worden. Die Wikileaks-Informantin war von Ex-Präsident Obama begnadigt worden. Manning hatte der Enthüllungsplattform Dokumente über die US-Einsätze im Irak und Afghanistan zugespielt.

Die US-Whistleblowerin und Wikileaks-Informantin Chelsea Manning ist wieder auf freiem Fuß. Sie sei aus der Haft entlassen worden, bestätigte eine Sprecherin der US-Army. Sie selbst postete per Twitter ein Foto, das ihre ersten Schritte in Freiheit zeigen soll.

Chelsea Manning @xychelsea
First steps of freedom!! �� #ChelseaIsFree https://t.co/2Pt2AqNNXK

Von Obama begnadigt

Manning war wegen Spionage und Zusammenarbeit mit dem Feind zu 35 Jahren Militärhaft verurteilt worden und hat davon knapp sieben Jahre abgesessen. Präsident Barack Obama hatte die Strafe kurz vor dem Ende seiner Amtszeit verkürzt. In der vergangenen Woche hatte sie sich erstmals seit Obamas Intervention öffentlich geäußert und dem Ex-Präsidenten gedankt. Dessen Entscheidung war von Kongressmitgliedern scharf kritisiert worden, unter anderem vom republikanischen Präsidenten des Abgeordnetenhauses, Paul Ryan. Während der Haft unterzog sich Manning einer Geschlechtsumwandlung.

Komprimittierende Videos

Chelsea Manning hatte noch unter ihrem früheren Namen Bradley Manning Hunderttausende Dokumente aus Armeebeständen über Vorkommnisse bei den Kriegen im Irak und in Afghanistan an die Enthüllungsplattform Wikileaks weitergeleitet. Die Enthüllungen enthielten zum Teil höchst komprimittierende Details für die Vereinigten Staaten. Darunter war auch ein Video, auf dem zu sehen ist, wie die Besatzung eines US-Hubschraubers auf wehrlose Zivilisten feuert und dabei auch zwei Mitarbeiter der Nachrichtenagentur Reuters tötet. Das Video war der erste große Enthüllungserfolg der Plattform Wikileaks.

Bradley Manning beim Verlassen des Gerichtsgebäudes in Fort Meade.
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Bradley Manning vor der Geschlechtsumwandlung beim Verlassen des Gerichtsgebäudes in Fort Meade.

Eine Zukunft als Chelsea

Manning hatte sich offenbar auf die Entlassung gefreut. Sie fühle sich durch Briefe von Veteranen und anderen Transgender-Menschen inspiriert. "Zum ersten Mal sehe ich eine Zukunft für mich als Chelsea", erklärte sie. "Freiheit war etwas, wovon ich träumte, das ich mir aber nie ganz vorzustellen erlaubte."

Ihre Anwälte und das Militär machten aus Sicherheitsgründen keine näheren Angaben zu ihrer Freilassung. Manning kündigte über Twitter an, nach Maryland zu ziehen. Das US-Heer erklärte, Manning bleibe auch nach ihrer Haftentlassung im aktiven Militärdienst. Sie bekomme jedoch einen Sonderstatus, so lange das Urteil gegen sie überprüft werde.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 17. Mai 2017 um 14:00 Uhr

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