Der Ort des Anschlags in Lower Manhattan ist auch am Abend noch weiträumig abgesperrt. | Bildquelle: AP

Kleinlaster fährt in Menschen Acht Tote bei Terrorattacke in New York

Stand: 01.11.2017 08:03 Uhr

Es war offenbar eine gezielte Attacke auf Fußgänger und Radfahrer: Der Fahrer eines Kleintransporters hat in Manhattan acht Menschen getötet und viele weitere verletzt. Unter den Verletzten ist auch eine Deutsche. Die Behörden gehen von Terror aus.

Am frühen Abend Ortszeit tritt New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio vor die Presse. "Es ist ein sehr schmerzhafter Tag für unsere Stadt. Eine schreckliche Tragödie. Nach allem was wir bislang wissen, war dies ein Terroranschlag. Und ein besonders feiger Akt des Terrors. Gerichtet auf unschuldige Zivilisten", sagt er.

Zwei Stunden zuvor: Der Täter fährt mit einem gemieteten Kleinlaster auf einen Fuß- und Radweg im Süden Manhattans. Das One World Trade Center ist nur wenige Gehminuten vom Tatort entfernt. Er fährt mehrere Menschen an. Die Polizei spricht von mindestens acht Toten - unter ihnen sind fünf Argentinier und eine Frau aus Belgien.

Eine Deutsche verletzt

Mindestens elf Menschen wurden laut Polizei verletzt. Unter ihnen befindet sich auch eine deutsche Staatsangehörige, erklärte das Auswärtige Amt in Berlin. Bei der mutmaßlich islamistischen Attacke habe es aber kein deutsches Todesopfer gegeben, hieß es.

"Die Getöteten und Verletzten gingen einfach ihren Alltagsangelegenheiten nach. Sie kamen von der Arbeit oder Schule und genossen die Sonne auf ihren Fahrrädern. Das ist eine Tragödie größten Ausmaßes. Für viele Familien hier in der Stadt und über New York hinaus", so Polizeichef James O’Neill.

Acht Tote bei mutmaßlich islamistischen Terroranschlag in Manhattan
tagesschau 09:00 Uhr, 01.11.2017, Markus Schmidt, ARD New York

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Mutmaßlicher Täter aus Usbekistan?

29 Jahre alt sei der Mann am Steuer des Lasters, so die Polizei. Weitere Details zu seiner Person nennt sie zunächst nicht. Inzwischen berichten US-Medien, dass er aus Usbekistan stamme. Er sei 2010 ins Land gekommen und habe legal mit einer Green Card in den Vereinigten Staaten gelebt, berichtete unter anderem die "New York Times".

Über etwa 20 Straßenblöcke hinweg sei der mutmaßliche Täter über den Radweg gefahren. Bilder von zertrümmerten und schwer beschädigten Rädern zeigen das Ausmaß seiner brutalen Amokfahrt. Auf Höhe der Chambers Street in der Nähe des World Trade Centers stößt der Truck dann auch noch mit einem kleinen Schulbus zusammen und kommt schließlich zum Stehen.

"Es sah nach Absicht aus. Als ich hinüberguckte sah ich diesen Wagen auf dem Radweg. Um drei Uhr am Nachmittag. Wer fährt denn so auf einem Radweg? Ich dachte an Terror", berichtet ein Augenzuge.

Polizei in Manhattan | Bildquelle: dpa
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Der Fußgänger- und Radweg ist von der Straße getrennt. Dies sehen die Ermittler als Hinweis, dass der Fahrer gezielt Passanten verletzen oder töten wollte.

Polizei geht von Einzeltäter aus

Der Fahrer steigt aus dem Kleinlaster - er hält zwei Waffen hoch, die sich im Nachhinein als eine Paintball-Waffe und ein Luftgewehr herausstellen. Ein Polizist schießt und trifft den Mann in den Bauch. Er wird in das Bellevue Krankenhaus gebracht. Die Polizei teilt früh per Twitter mit, dass nicht mehr nach weiteren Personen gefahndet werde, es habe sich vielmehr um einen Einzeltäter gehandelt.

Auch Präsident Trump hat - ebenfalls per Twitter - reagiert: Es sehe wieder einmal nach dem Angriff einer "kranken und verwirrten Person aus". Und in Großbuchstaben fügt er hinzu: „NOT IN THE USA!“ Also: Nicht in den USA.

Donald J. Trump @realDonaldTrump
In NYC, looks like another attack by a very sick and deranged person. Law enforcement is following this closely. NOT IN THE U.S.A.!

Das Motiv des Täters war zunächst nicht geklärt. In der Nähe seines gemieteten Pick-up-Trucks fanden Ermittler Notizen auf Arabisch, die eine Verbindung mit der Terrormiliz Islamischer Staat nahelegten, hieß es in Medienberichten. Eine offizielle Bestätigung gab es dafür jedoch zunächst nicht. Augenzeugen berichteten zudem, der Mann habe beim Verlassen seines Trucks "Allahu Akbar" (Gott ist groß) gerufen.

Bürgermeister Bill de Blasio erinnert an die Terroranschläge von 2001 ganz in der Nähe auf das World Trade Center: "Wir sind schon einmal als Stadt geprüft worden - ganz in der Nähe der heutigen Tragödie. New Yorker aber geben nicht klein bei angesichts solcher Taten."

Polizisten sichern die Halloween-Parade in New York. | Bildquelle: AFP
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Nach der Attacke fand die New Yorker Halloween-Parade unter verschärften Sicherheitsvorkehrungen statt.

Als Reaktion auf die Attacke erhöhte der Gouverneur des US-Staats New York die Sicherheitsvorkehrungen. Zusätzliche Sicherheitskräfte seien an wichtigen Knotenpunkten wie Flughäfen und Tunneln sowie bei größeren Menschenansammlungen im Einsatz, sagte Andrew Cuomo. Die berühmte Halloween-Parade in New York fand trotz des Vorfalls statt.

Auch der US-Präsident verkündete auf Twitter, dass die Sicherheitsüberprüfungen noch einmal verschärft werden sollen.

Donald J. Trump @realDonaldTrump
I have just ordered Homeland Security to step up our already Extreme Vetting Program. Being politically correct is fine, but not for this!

Mit Informationen von Kai Clement, ARD-Studio New York

Eine Deutsche unter den Opfern in Manhattan
Georg Schwarte, ARD New York
01.11.2017 08:12 Uhr

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Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 31. Oktober 2017 um 23:15 Uhr.

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