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"Madiba" - Vater, so wird Nelson Mandela, Südafrikas erster schwarzer Präsident, von seinen Landsleuten genannt. Schon zu Lebzeiten wurde er zur Legende und hat auch mit 90 Jahren noch nichts von seiner Popularität verloren.
Von Claus Stäcker, ARD-Hörfunkstudio Johannesburg
Gefeiert wird er wie ein Popstar, Südafrikas Nationalheld und Symbolfigur, wo immer er auftaucht, wie hier in Soweto. Er selbst geht irdisch und höchst selbstironisch über die allgegenwärtige Verehrung hinweg. Auch bei der offiziellen Feier zu seinem 90. Geburtstag in Kliptown, Soweto: Einen realen 90-jährigen zu sehen, scheint eine unwiderstehliche Versuchung zu sein.
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Immer hat Nelson Rohlihlahla Mandela einen Scherz zu seinem Alter parat, er kann mit seinen Gebrechen umgehen. "Sie müssen dran denken, dass ich schon über 100 Jahre alt bin", scherzt er, wenn er eine Frage nicht richtig versteht - oder er lässt seinen unwiderstehlichen Alterscharme spielen.
"Kommen Sie doch mal etwas näher", sagt er zu einer jungen Fernsehreporterin, die in einer überfüllten Pressekonferenz ihren ganzen Mut zusammennimmt, und die erste Frage an ihn richtet. "Ich bevorzuge es, wenn junge Frauen nah herankommen", sagt er breit grinsend, und die Nachwuchsjournalistin läuft knallrot an. - Man muss einfach verblüfft sein, wie er 27 Jahre Haft verkraftet hat, wie er selbst einstige Feinde umcharmt, wie den Gefängniswärter Donald Carter, der sich seine Robben-Island-Tagebücher aneignete und sie erst nach 33 Jahren zurückgab. "Was Sie hier gerade erlebt haben könnte man so beschreiben: Alter Mann übergibt anderem alten Mann zwei alte Notizbücher."

Das ist der unvergleichliche Mandela, der privat soviel hat einstecken müssen. Zweimal scheiterten seine Ehen. Drei seiner sechs Kinder sind bereits gestorben, darunter beide Söhne. Und zu zwei von drei Töchtern gilt das Verhältnis eher als angespannt. Nur die jüngste, Zindzi, scheint im Reinen mit ihrem Vater zu sein, sie sieht ihn jetzt viel öfter, sagt sie. "Es ist viel einfacher geworden, seit er im Ruhestand ist. Heute kann man auch einfach mal auf gut Glück bei ihm anklopfen und Hallo sagen. Früher war er immer unterwegs und es war viel schwieriger, ihn ausfindig zu machen. Aber heute verbringen wir viel mehr Zeit zusammen, das ist schön."
Seine letzte politische Mission erfüllte er mit der Vergabe der Fußball-WM 2010 an Südafrika. Er fühle sich wie ein junger Mann von 50, witzelte er nach der historischen Entscheidung. Seither erlebt man ihn nur noch als Spendenwerber öffentlich. Er wünsche sich mehr Zeit für seine dritte Frau Graca Machel und seine 13 Enkelkinder, sagte er Journalisten. "Rufen Sie mich nicht an. Ich rufe Sie an!"
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