Blumen und ein Luftballon auf der Streße von Manchester. | Bildquelle: AFP

Anschlag in Manchester Drei weitere Festnahmen in der Stadt

Stand: 24.05.2017 16:37 Uhr

Im Zuge der Ermittlungen zum Attentat in Manchester sind in der Stadt drei weitere Verdächtige festgenommen worden. Die Polizei geht mittlerweile fest davon aus, dass der mutmaßliche Täter Unterstützer hatte. Die britische Regierung sagte, die Gefahr sei noch nicht gebannt.

In Manchester sind drei weitere Männer im Zusammenhang mit dem Selbstmordattentat in der Stadt festgenommen worden. Wie die Polizei mitteilte, erfolgten die Festnahmen in einem südlichen Viertel der Stadt, wo bereits am Vortag ein junger Mann gefasst worden war. Laut BBC soll einer der drei Festgenommenen der Bruder des mutmaßlichen Attentäters Salman Abedi sein. Eine Bestätigung der Polizei gibt es dazu bislang jedoch nicht.

Terror-Netzwerk vermutet

Die Ermittler sind mittlerweile aber sicher, dass Abedi nicht alleine handelte. Er gehe eindeutig von einem Unterstützer-Netzwerk aus, sagte Manchesters Polizeichef Ian Hopkins. Im Großraum Manchester werde intensiv weiter ermittelt. Ähnlich äußerte sich auch die britische Regierung. Die Ausführung des Anschlags sei "anspruchsvoller gewesen als einige der Anschläge, die wir davor erlebt haben", sagte Innenministerin Amber Rudd. Und sie teilte mit, dass Abedi war den britischen Sicherheitsbehörden bereits vor der Tat aufgefallen sei: "Er ist jemand, den sie gekannt haben." Durch was genau der junge Mann auffiel, sagte sie allerdings nicht.

Nach dem Anschlag in Manchester
tagesschau 14:00 Uhr, 24.05.2017, Mareike Aden, ARD London

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Parlament schließt Türen - Soldaten im Einsatz

Premierministerin Theresa May sagte, die Terrorgefahr werde nun mit dem Status "kritisch" bewertet. Dies bedeute, dass mit einem weiteren, unmittelbar bevorstehenden Anschlag gerechnet werde. Zuvor hatte die Warnstufe bei "ernst" gelegen, was bedeutet, dass ein Anschlag als wahrscheinlich gilt.

Das britische Parlament schloss seine Türen für die Öffentlichkeit mit sofortiger Wirkung. Führungen, Veranstaltungen und Bankette wurden abgesagt. Auch der traditionelle Wachwechsel am Buckingham Palast fiel aus. Mit der Anhebung der Terrorwarnstufe ist auch verbunden, dass Soldaten an strategischen Orten stationiert werden, wo bislang bewaffnete Polizisten im Einsatz waren. Dadurch könne die Polizei die Zahl ihrer Beamten bei Patrouillen an wichtigen Orten erhöhen. Auch der Einsatz von Soldaten bei Großereignissen sei denkbar, sagte May. "Operation Temperer" - so heißen die nun angelaufenen Maßnahmen.

20 Opfer in kritischem Zustand

Der Selbstmordattentäter hatte sich am späten Montagabend unmittelbar nach dem Konzert von US-Teenie-Idol Ariana Grande im Eingangsbereich der Manchester Arena in die Luft gesprengt. 22 Menschen riss er mit in den Tod, darunter viele Kinder und Jugendliche. Es gibt Dutzende Verletzte: "Wir behandeln noch 64 Verletzte, rund 20 von ihnen sind in kritischem Zustand", sagte der Chef der Gesundheitsbehörde des Großraums Manchester, Jon Rouse, dem Sender Sky News.

Deutsche sind nach ersten Erkenntnissen der Bundesregierung nicht unter den Toten, auch nicht unter den Verletzten. Es gebe auch keine Vermisstenmeldungen, sagte ein Sprecher. Daher glaube er, "mit relativer Sicherheit Entwarnung geben zu können". Zu 100 Prozent ausschließen könne er es aber noch nicht.

Abedi war offenbar in Syrien

Der mutmaßliche Täter, der 22-jährige Abedi, soll Medienberichten zufolge als Sohn libyscher Flüchtlinge 1994 in Manchester als eines von vier Kindern geboren worden sein. Es gibt Indizien, wonach er vor dem Anschlag nach Syrien gereist sein und Verbindungen zur Terrormiliz "Islamischer Staat" gehabt haben soll. Das sagte Frankreichs Innenminister Gérard Collomb unter Berufung auf britische Ermittler.

Der IS reklamiert den Anschlag für sich - der Wahrheitsgehalt dieses Bekenntnisses wird allerdings noch überprüft.

Ermittlungen im familiären Umfeld

Inzwischen äußerte sich auch Abedis Vater. Er hält seinen Sohn für unschuldig. "Wir glauben nicht daran, Unschuldige zu töten. Das sind wir nicht", sagte Ramadan Abedi der Nachrichtenagentur AP. Er habe noch vor fünf Tagen mit seinem Sohn Salman gesprochen, der sich darauf vorbereitet habe, nach Saudi-Arabien zu reisen. Von dort aus habe Salman nach Libyen fliegen wollen, um den Fastenmonat Ramadan mit seiner Familie zu verbringen.

Doch auch Ramadan Abedi bewegte sich offenbar in extremistischen Kreisen. Ein ehemaliger libyscher Sicherheitsbeamter sagte der Agentur AP, er kenne Ramadan Abedi persönlich. Dieser sei in den 1990er-Jahren ein Mitglied einer Kampfgruppe gewesen, die enge Verbindungen zur Terrororganisation Al Kaida hatte. Die Gruppe habe sich später aufgelöst, Ramadan Abedi sei aber nach wie vor Teil der salafistisch-dschihadistischen Bewegung in Libyen.

Julie Kurz, ARD London, zum aktuellen Erkenntnisstand
tagesschau 17:00 Uhr , 24.05.2017

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Der Name des mutmaßlichen Attentäters tauchte am Dienstag zuerst in US-Medien auf. Diese hatten ihre Angaben auf eine vertrauliche Unterrichtung, die britische Stellen ihren US-Kollegen in London gegeben haben sollen. Die Briten kritisierten dies nun. Innenministerin Rudd bezeichnete es in der BBC als "irritierend", dass Informationen über Abedi in US-Medien auftauchten, ehe sie in Großbritannien zur Veröffentlichung freigegeben wurden. "Ich habe unseren Freunden gegenüber sehr klar gemacht, dass so etwas nicht mehr passieren darf", sagte Rudd.

Trauerbeflaggung in Deutschland

Am Abend waren Tausende Menschen im Zentrum Manchesters zu einer Gedenkfeier für die Opfer zusammengekommen. Auch in Deutschland wird der Opfer des Terroranschlags gedacht. Bundesinnenminister Thomas de Maiziere ordnet für heute bundesweite Trauerbeflaggung an. Dies geschehe "als Zeichen der Anteilnahme und Solidarität", teilt das Ministerium mit.

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Anschlag in Manchester

Menschen verlassen eine Konzerthalle in Manchester

Terror gegen Teenager: Bei einem Anschlag auf ein Popkonzert der US-Sängerin Ariane Grande in Manchester sind mindestens 22 Menschen getötet worden, darunter auch der Attentäter. Mindestens 64 Menschen wurde verletzt, einige davon schwer. | Bildquelle: AP

Zugleich werden die Sicherheitskonzepte für bevorstehende Großveranstaltungen überprüft - etwa den Kirchentag, der heute Abend in Berlin startet.

Frankreich wird den nach den IS-Anschlägen von 2015 verhängten Ausnahmezustand bis zum 1. November verlängern. Das kündigt das Präsidialamt an. In den kommenden Wochen würden zudem neue Sicherheitsmaßnahmen und -gesetze vorbereitet.

Mit Informationen von Stephanie Pieper, ARD-Studio London.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 24. Mai 2017 um 11:00 Uhr.

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