Paul Manafort, Ex-Wahlkampfmanager von US-Präsident Trump | Bildquelle: AFP

Trumps Ex-Wahlkampfchef Manafort muss ins Gefängnis

Stand: 15.06.2018 20:39 Uhr

Der frühere Wahlkampfchef von US-Präsident Trump, Manafort, muss bis zu seinem Prozess wegen mutmaßlicher Geldwäsche und Steuerhinterziehung in Untersuchungshaft. Das entschied ein Gericht in Washington.

Paul Manafort, einer der früheren Wahlkampfchefs von US-Präsident Donald Trump kommt ins Gefängnis. Ein Gericht in Washington entschied, dass Manafort bis zu seinem Prozess wegen mutmaßlicher Geldwäsche und Steuerhinterziehung in Untersuchungshaft muss. Manafort war bereits im Oktober vergangenen Jahres angeklagt worden. Seitdem trägt er eine elektronische Fußfessel. Sein Prozess soll im September beginnen. Zudem muss er sich in einem weiteren Verfahren in Virginia im Juli verantworten.

Eine Bundesrichterin widerrief die Kautionsbedingungen für Manafort. Sie begründete ihre Entscheidung damit, dass Manafort möglicherweise versucht habe, Zeugen zu beeinflussen. Es bestehe Verdunkelungsgefahr. Der Sonderermittler zur Russland-Affäre, Robert Mueller, hatte den früheren Trump-Berater vor einigen Tagen beschuldigt, Zeugen angerufen oder über verschlüsselte Textbotschaften kontaktiert zu haben, um sie zu "erheblichen Falschaussagen" zu bewegen.

Paul Manafort, Ex-Wahlkampfmanager von US-Präsident Trump | Bildquelle: REUTERS
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Die Verhandlung am Freitag hätte eigentlich dazu dienen sollen, seine Bedingungen zu verbessern.

Mögliche Schlüsselfigur in der Russland-Affäre

Manafort ist das erste Mitglied von Trumps Wahlkampfteam von 2016, das ins Gefängnis muss. Seine Anwälte erklärten, ihr Mandant habe nichts Unrechtes getan. Staatsanwälte hätten aus "harmlosen" Zeugenkontakten Manaforts eine "böse Verschwörung" konstruiert.

Manafort gilt als Schlüsselfigur der Russland-Affäre. Diese dreht sich um mutmaßliche russische Wahlkampfeinmischungen zugunsten Trumps und mögliche illegale Absprachen zwischen dem Team des heutigen Präsidenten und Moskau.

Trump reagiert per Twitter

US-Präsident Trump reagierte per Twitter auf den Beschluss. Er habe gar nicht gewusst, dass Manafort "der Chef der Bande" sei und fragte: "Was ist mit (dem früheren FBI-Chef James) Comey und Crooked Hillary und all die anderen? Sehr unfair!" Seit Wahlkampfzeiten bezeichnet Trump seine damalige Rivalin Hillary Clinton als "Crooked Hillary", also als "betrügerische Hillary".

Manafort ist der einzige der vier Angeklagten aus Trumps Wahlkampfteam, der nicht mit dem Sonderermittler kooperiert. Der 69-Jährige war im Juni 2016 zu Trumps Wahlkampfleiter ernannt worden. Zwei Monate später musste er den Posten schon wieder abgeben, nachdem Vorwürfe laut geworden waren, er habe mehr als zwölf Millionen US-Dollar (zehn Millionen Euro) von prorussischen Kräften in der Ukraine erhalten.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 15. Juni 2018 um 19:15 Uhr.

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