Einer der beiden mutmaßlichen Entführer wird von Polizisten zum Gericht geführt. | Bildquelle: REUTERS

Anklage wegen Flugzeugentführung Beschuldigte erklären sich für unschuldig

Stand: 25.12.2016 18:51 Uhr

Nach der Entführung eines libyschen Flugzeuges haben sich die beiden mutmaßlichen Täter vor Gericht für unschuldig erklärt. Ihnen droht lebenslange Haft. Die Entführung hatte am Freitag auf der Mittelmeerinsel Malta friedlich beendet werden können.

Die beiden Männer, die am Freitag ein Flugzeug einer libyschen Airline entführt haben sollen, wurden vor einem Gericht auf der Mittelmeerinsel Malta angeklagt. Neben der Entführung wirft ihnen die Staatsanwaltschaft auch Freiheitsberaubung, die Anwendung von Gewalt und den Besitz von Waffen vor. Die Beschuldigten erklärten sich jedoch für unschuldig. Ihnen droht lebenslange Haft.

An Bord der Maschine hatten sich 111 Passagiere und sieben Crew-Mitglieder befunden. Die beiden mutmaßlichen Entführer hatten die Maschine der libyschen Afriqiyah Airways auf einem Inlandsflug in ihre Gewalt gebracht. Wie sich später herausstellte, handelte es sich bei den Waffen, die sie dafür nutzten, um Nachbildungen.

Eigentlich hatte die Route von Sebha in Südlibyen in die Hauptstadt Tripolis führen sollen, die Angeklagten leiteten das Flugzeug jedoch nach Malta um, da der Treibstoff knapp wurde. Ihr eigentliches Ziel sei Rom gewesen, hieß es von den Männern. Nach stundenlangen Verhandlungen konnte die Entführung friedlich beendet werden: Die Beschuldigten ließen die Passagiere gehen und ergaben sich anschließend.

Menschen verlassen die entführte libysche Maschien auf dem Flughafen von Malta | Bildquelle: AP
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Nach stundenlangen Verhandlungen ließen die mutmaßlichen Entführer die Passagiere gehen.

Motiv weiter unklar

Warum die Männer das Flugzeug entführten, blieb auch nach ihrer Erklärung unklar. Zu ihrem Motiv machten sie keine Angaben. Direkt nach der Entführung hatten Medien berichtet, die Beiden seien Anhänger des vor fünf Jahren gestürzten libyschen Machthabers Muammar al-Gaddafi. Sie hätten die Freilassung von Gaddafis Sohn Saif al-Islam in Libyen gefordert. Gaddafis Sohn war 2015 zum Tod durch Erschießen verurteilt worden, unter anderem wegen der Anstiftung zum Mord und wegen Vergewaltigung. Sein Vater wurde 2011 gestürzt und getötet. Seit dem Aufstand kämpfen mehrere bewaffnete Gruppen in dem Land um die Macht.

Anderen Berichten zufolge forderten die Entführer, eine politische Partei in Libyen gründen zu dürfen - und gleichzeitig Asyl in Europa zu erhalten.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 25. Dezember 2016 um 15:44 Uhr

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