Feiernde in Valleta, Malta nach Parlamentsabstimmung für Ehe für alle | Bildquelle: REUTERS

Gegen Widerstand der Kirche Malta beschließt Ehe für alle

Stand: 13.07.2017 01:00 Uhr

Ministerpräsident Muscat spricht von einer "historischen" Entscheidung: Der erzkatholische Inselstaat Malta führt die Ehe für alle ein. Mit der Gesetzesänderung setzt sich das Parlament über den Widerstand der Kirche hinweg. Viele Menschen feierten auf den Straßen.

Auch der mehrheitlich katholische Inselstaat Malta führt die Ehe für alle ein. Mit nur einer Gegenstimme beschloss das Parlament in Valletta die Reform und setzte sich damit über den Widerstand der Kirche hinweg. Der Abgeordnete, der dagegen stimmte, führte als Grund seinen christlichen Glauben an.

Maltas Premierminister Joseph Muscat. | Bildquelle: AFP
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Ministerpräsident Muscat nannte die Entscheidung "historisch".

Der maltesische Ministerpräsident Joseph Muscat nannte die Entscheidung "historisch". Damit habe die Gesellschaft Maltas eine beispiellose Stufe der Mündigkeit erreicht. "Wir leben in einer Gesellschaft, in welcher wir alle sagen können 'Wir sind gleichgestellt'", sagte Muscat, als vor seinem Amtssitz in Valletta eine große Feier begann.

Abstimmung gilt als Meilenstein

Damit wird der Inselstaat das 15. EU-Land sein, das die Ehe für alle einführt. Das neue Gesetz sieht vor, dass homosexuelle Paare unter anderem das gleiche Adoptionsrecht wie heterosexuelle Partner haben. Zudem werden Bezeichnungen wie "Ehemann", "Ehefrau", "Mutter" und "Vater" im Gesetzestext durch geschlechtsneutrale Begriffe ersetzt. Die Abstimmung gilt als Meilenstein für den erzkatholischen Inselstaat im Mittelmeer, der erst 2011 ein Scheidungsgesetz eingeführt hatte. Malta hatte 2014 Lebenspartnerschaften für Homosexuelle eingeführt, aber nur im Ausland geschlossene Ehen homosexueller Paare anerkannt.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 13. Juli 2017 um 06:15 Uhr.

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